Comic-Klassiker Lolek und Bolek reisen wieder um die Welt

Sie sind wieder da: die Brüder, die trotz "Eisernen Vorhangs" durch die Welt reisten und einer der erfolgreichsten TV-Exporte Polens sind. Der Eulenspiegel Verlag belebt einige Abenteuer neu.

Eulenspiegel

Ganz schön mutig: Bolek, der ältere der Brüder, liest begeistert einen Tarzan-Comic, reißt sich sein Shirt vom Leib, klettert auf die Fensterbank, springt raus - und schwingt sich fast so behände wie sein Vorbild von Ast zu Ast.

Kein Wunder, dass die Abenteuer der Brüder Lolek und Bolek zwischen 1964 und 1986 Jung und Alt vor den Fernseher lockten - sowohl in den sozialistischen Ländern als auch beim westlichen Klassenfeind.

Ab Mitte der 70er Jahre entstanden im sorbischen Domowina-Verlag in Bautzen zehn Comichefte dazu, von denen der Berliner Eulenspiegel Kinderbuchverlag nun vier wieder auflegt: "Am Orinoko" und "In den Wäldern Kanadas" sind bereits erhältlich; "In der Wüste Gobi" und "In den Steppen Australiens" folgen im Mai.

Der Schöpfer der Figuren, Regisseur Wladyslaw Nehrebecki, hatte seine eigenen Söhne Jan und Roman, damals zwölf und zehn Jahre alt, als Vorbilder für seine knopfäugigen, segelohrigen Abenteurer genommen. Im Animationsstudio von Bielsko Biala, das Nehrebecki zeitweilig leitete, entstanden im Lauf von 23 Jahren rund 180 Episoden.

Nach dem Ende des Kommunismus verhinderte ein über 30 Jahre andauernder Rechtsstreit um Urheberrechte und Tantiemen, dass die Abenteuer im polnischen Fernsehen gezeigt werden konnten.

bsc/dpa

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