Man Booker Literaturpreis Jamaikaner für Bob-Marley-Roman ausgezeichnet

Überraschung in London: Der Jamaikaner Marlon James bekommt für seinen Roman "A Brief History of Seven Killings" die angesehene Literaturauszeichnung Man Booker Prize. Er schreibt über Drogen, Reggae und einen Mordanschlag auf Bob Marley.

AFP

Der Man Booker Prize geht in diesem Jahr zum ersten Mal an einen Autor aus Jamaika: Marlon James wird in diesem Jahr mit dem renommierten britischen Literaturpreis geehrt, wie die Jury am Mittwochabend in London mitteilte. Sie zeichnet damit sein 686-Seiten-Werk "A Brief History of Seven Killings" aus, übersetzt: Eine kurze Geschichte von sieben Tötungen.

Darin geht es um eine Gang von Straßenkindern, ihren Kokainkonsum, ihre Waffen - und ihren gescheiterten Attentatsversuch auf Bob Marley in Jamaikas Hauptstadt Kingston im Jahr 1976. Tatsächlich hatte es im Dezember des Jahres einen Anschlag auf Marley gegeben: Der Musiker wurde dabei leicht verletzt und konnte wie geplant wenige Tage später bei einem Friedenskonzert auftreten.

Es sei keine leichte Lektüre, sagte Jury-Mitglied Michael Wood über den Roman. Doch das Werk sei immer spannend geblieben, "und beim zweiten Mal Lesen wurde es noch besser". Die Entscheidung über die Vergabe des Preises sei nach etwa zwei Stunden Beratung einstimmig gefallen.

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"A Brief History of Seven Killings" ist der dritte Roman von James, eine deutsche Fassung gibt es noch nicht. Der 44-jährige Autor kam in Kingston zur Welt und lebt derzeit in Minneapolis in den USA. Der Preis wurde ihm in London von Herzogin Camilla, der Ehefrau von Prinz Charles, überreicht.

Die Auszeichnung ist mit 50.000 Pfund dotiert, umgerechnet 67.000 Euro. Er geht an Romanautoren, die auf Englisch schreiben und deren Werk in Großbritannien erschienen ist. Die Auszeichnung wird seit 1969 vergeben, seit dem vergangenen Jahr ist sie offen für Autoren aller Nationalitäten.

2014 gewann Richard Flanagan für "The Narrow Road to the Deep North" (deutsch: "Der schmale Pfad durchs Hinterland") den Man Booker Prize, im Jahr davor Eleanor Catton für ihren Roman "The Luminaries" (deutsch: "Die Gestirne").

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  • LITERATUR SPIEGEL - Oktober 2015

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aar/AP/dpa

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