Manga/Manhwa - International: "Death Note"

Von Stefan Pannor

In diesem Comic hat der Tod selbst eine Abschuss-Liste. "Death Note" heißt das Buch, in dem jeder Eintrag ein Opfer bedeutet - wie leicht der Finder so Verbrecher eliminieren kann! Doch rechtfertigt die verführerische Leichtigkeit des Tötens wirklich den Mord für einen guten Zweck?

Das Leben ist langweilig geworden für die Toten-Götter. Es wird viel zu wenig gestorben. Allzu friedliche Zeiten ärgern die grimmen Schnitter der japanischen Mythologie. Um das Spiel des Sterbens anzuheizen, wirft der Totengott Ryuk sein schwarzes Notizbuch zur Erde, das "Death Note". Dort findet es der japanische Schüler Light Yagami.


Klicken Sie bitte auf das Bild, um den Comic zu starten (5 Bilder).


Schnell entdeckt Light die Vorzüge des Buches. Denn wenn man den Namen einer Person in das Death Note schreibt und sich dazu dessen Gesicht vorstellt, stirbt die Person tatsächlich.

Besessen von wahnwitzigem Gerechtigkeitsdrang, beschließt Light, das Verbrechen auszurotten. Bereits innerhalb der ersten Tage tötet er hunderte verurteilter Schwerverbrecher. Natürlich sieht die Polizei dabei nicht tatenlos zu. Cops, FBI-Agenten und Superdetektive werden auf den unsichtbaren Killer angesetzt. Aber was kann man tun gegen einen Täter, der mit einem Bleistiftstrich zu töten vermag?

"Death Note" ist ein Schachspiel - eines um Moral. Wie sich Mörder und Polizei immer wieder mit cleveren Finten in die Enge treiben, und das alles ohne Einsatz von Gewalt, ist allein schon aufsehenerregend.

Aber hier geht es um mehr. Ryuks Totenbuch ist Objekt der Versuchung: Die Geschichte vom Mord per Schriftzug liest sich wie ein dauernder Sündenfall. Immer wieder glaubt sich Light zum Mord genötigt. Immer wieder opfert er Leben, um seinem Ziel, einer gewaltfreien Welt, näherzukommen.

Der Manga erzählt vom schmalen Grat zwischen idealistischer Überzeugung und fanatischer Verrohung. So dicht wie die Handlung sind auch die moralischen Fallstricke für den Leser gewoben. Und der Todesgott, der nicht in das Geschehen eingreifen darf, kichert sich einen dazu. Zwölf Bände umfasst die Serie, die in Japan zu den erfolgreichsten Comics der jüngeren Zeit gehört und mehrere Trick- und Realfilm-Versionen nach sich gezogen hat.

Takeshi Obata/Tsugumi Ohba: "Death Note", Tokyopop, 208 S., 6,50 Euro.

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