Manga National "Stupid Story 1"

Hetero? Schwul? Oder Bi? Der gute Alan weiß das nicht so recht, nachdem er einen blonden Jüngling geküsst hat. "Stupid Story 1" von Anna Hollmann erzählt die Geschichte einer Verwirrung - mit backfischhaft-braver Erotik.


Dumm gelaufen. Der schüchterne Yanik will seinen ersten Tag an der neuen Schule vorsichtig angehen. Als der Mädchenschwarm Alan aber eben diesen Yanik vor allen Mitschülern und vor allem Mitschülerinnen küsst, um Ruhe vor seinen Verehrerinnen zu bekommen, ist es damit vorbei. Richtig chaotisch wird es dann, als Yanik gezwungenermaßen als Mädchen verkleidet auf eine Party geht. Denn dort - wie überraschend! - verliebt sich der ebenfalls anwesende Alan sofort in die unbekannte Blondine.


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Über Hetero-Männer in Frauenklamotten lachte man schon vor über hundert Jahren, als das Boulevardstück "Charleys Tante" Bühnenpremiere feierte. Später spielten so unterschiedliche Darsteller wie Jack Lemmon oder Peter Alexander unfreiwillige Weibsbilder in Filmen wie "Manche mögen's heiss" oder "Die Abenteuer des Grafen Bobby".

Das japanische Comic-Genre namens Shonen Ai geht da allerdings ein wenig weiter - hier verlieben sich heterosexuelle Jungs in Jungs, Homo-, Bi- und Heterosexualität verwirren sich.

Die Zielgruppe bilden allerdings keine geifernden älteren Männer, sondern junge Mädchen von 14 bis 18, die in den zumeist glatt gestylten Geschichten ihre ebenso attraktiven wie zugleich sexuell völlig ungefährlichen Traumtypen anschmachten können.

Shonen Ai ist das vermutlich beliebteste Manga-Genre; auch in Deutschland, wo neben der "Stupid Story"-Autorin Anna Hollmann mehrere junge Zeichnerinnen inzwischen professionell das Gebiet der Jungsliebe beackern.

Übrigens: Yaniks verzweifelte Mädchenkostümierung fliegt sehr schnell auf, was den Übermacho Alan erst recht in einen sinnverwirrenden Konflikt stürzt.

Ist er Hetero? Schwul? Oder Bi? Ist das überhaupt wichtig? Eine Fortsetzung jedenfalls folgt - der zweite Band über superschöne Knaben mit backfischhaft-braver Erotik ist in Arbeit.

Anna Hollmann: Stupid Story 1; Tokyopop, 188 Seiten; Euro 6,50

Hier geht's zu den anderen Nominierten:

Melanie Schober "Personal Paradise"

Judith Park "Y Square Plus"

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