Manga-Zeichnerin Rin Gegen den Girlie-Strom

Wo ist die Schnittstelle zwischen Manga und Comic? Vielleicht bei Irina Frisorger. Die 26-jährige Pfälzerin, Künstlername Rin, widerspricht jedem pubertären Girlie-Klischee des Genres. Für SPIEGEL ONLINE zeichnete sie exklusiv einen Manga ohne Worte.


Geprägt wurde Irina Frisorger nicht von Mangas, sondern vor allem von klassisch westlichen Comics. "Ich habe früher eher amerikanische Superhelden-Comics wie Spider-Man oder Batman gelesen", erzählt sie. Auch als sich Ende der neunziger Jahre Mangas in Deutschland zu etablieren begannen, war sie eher skeptisch: "Mein Interesse lag mehr bei Action- und Science-Fiction-Mangas." Davon gab es zu dieser Zeit auf dem deutschen Markt kaum welche, dominant waren romantische Titel für Mädchen wie "Sailor Moon".

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Irina Frisorger (RIN)

Rin: "Die Verräterin" (13 Bilder)

Vielleicht erklärt sich die Eigenständigkeit von Frisorgers Bildern und Geschichten genau daraus: Sie schwimmt einfach nicht mit dem Mainstream. 2001 fing die in Kasachstan geborene Künstlerin an, Mangas zu zeichnen, parallel zu ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin. Sorgfalt war oberstes Prinzip: Erst vier Jahre später trat sie unter dem Künstlernamen Rin mit ihren Arbeiten an die Öffentlichkeit, mit ersten Veröffentlichungen in Anthologien bei Tokyopop und Schwarzer Turm.

Zeichnerin Frisorger: "Nicht mangamäßig genug"
Irina Frisorger (RIN)

Zeichnerin Frisorger: "Nicht mangamäßig genug"

In der Mangaszene selbst trifft sie auf ein geteiltes Echo. "Immer wieder höre ich, dass meine Sachen nicht mangamäßig genug aussehen", schildert sie ihre Erfahrungen. Wer so urteilt, dem entgeht freilich einiges. Ihre Werke, die grafisch den Spagat zwischen Manga und westlich geprägtem Comic wagen, sind stilsichere Miniaturen, die mitunter selbst erfahrenen Independent-Zeichnern zur Ehre gereichen würden.

Aktuell sitzt sie an ihrem ersten größeren Projekt. "Cat Club" ist der Titel eines geplanten zweibändigen Werkes, das derzeit einen Verlag sucht. Ein Mystery-Krimi aus ihrer pfälzischen Heimat - Frisorger wohnt in Neustadt a.d. Weinstraße - der Lokalkolorit und Action verbindet.

Auch für SPIEGEL ONLINE hat sie ein außergewöhnliches Projekt realisiert: "Die Verräterin" ist ein Manga ganz ohne Worte aus einem fiktiven osteuropäischen Kriegsgebiet.

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