Afrodeutsche May Ayim Kämpferin gegen Rassismus

"... beweisen zu müssen, dass ein 'Mischling', ein 'Neger', ein 'Heimkind' ein vollwertiger Mensch ist": Die afrodeutsche Dichterin May Ayim kämpfte mit ihrem Werk gegen Diskriminierung Schwarzer in Deutschland.

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Sieben junge, dunkelhäutige Frauen. Ein großes, aufgeschlagenes Buch. Im Hintergrund der Berliner Fernsehturm. So sieht - vereinfacht gesagt - die heutige Startseite von Google in Deutschland aus. Das Unternehmen erinnert damit an die Autorin, Dichterin und Aktivistin May Ayim. An diesem Dienstag vor acht Jahren wurde in Berlin das ehemalige Gröbenufer offiziell in May-Ayim-Ufer umbenannt. Die Straße liegt in Friedrichshain-Kreuzberg.

Geboren wurde Brigitte Sylvia Gertrud Opitz im Mai 1960 in Hamburg, ihr Vater stammte aus Ghana, ihre Mutter war Deutsche. May Ayim war ihr Künstlername. Sie wuchs in Münster bei einer Pflegefamilie auf, sie studierte in Regensburg Pädagogik, ab Mitte der Achtzigerjahre lebte sie in Berlin.

Bekannt wurde Ayim durch ihre Schriften zu Rassismus in Deutschland. Sie war eines der Gründungsmitglieder der Initiative Schwarze Deutsche und Schwarze in Deutschland. Eines ihrer bekanntesten Werke ist "Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte", das sie 1986 mit zwei weiteren Frauen herausgab.

Die "taz" nannte es einen "Meilenstein in der afrodeutschen Bewegung", das Werk ist einerseits eine historische Abhandlung, hinzu kamen Interviews und Biografien von Schwarzen Frauen aus verschiedenen Generationen. Ayim schreibt beispielsweise: "Ich wuchs mit dem Gefühl auf, das in ihnen steckte: beweisen zu müssen, dass ein 'Mischling', ein 'Neger', ein 'Heimkind' ein vollwertiger Mensch ist."

Ayim litt an Multipler Sklerose. Sie beging am 9. August 1996 in Berlin Suizid. Die "taz" sprach im vergangenen Jahr anlässlich Ayims 57. Geburtstag mit der Soziologin Natasha Kelly. Die sagte über die Poetin: "Sie ist eine der prominentesten Figuren der Schwarzen Community."

Die "Kreuzberger Chronik" zitierte Ayim mit folgendem Gedicht:

ich werde

noch einen schritt weitergehen

bis an den äußersten rand

wo meine schwestern sind

wo meine brüder stehen

wo unsere FREIHEIT

beginnt

ich werde noch einen schritt weitergehen und

noch einen schritt

weiter

und wiederkehren

aar



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