Abschlussbericht zu Murdoch-Affäre: Richter Leveson fordert britischen Presserat

Kommt die Kontrollinstanz für die britischen Medien? Bei der Vorstellung seines Abschlussberichts in der Murdoch-Affäre hat der Richter Brian Leveson einen unabhängigen Presserat gefordert - zum Schutz der Bürger vor "abscheulichen" Methoden der Presse. Premier Cameron reagierte abwehrend.

Ausschuss-Chef Leveson: Kritik an Politik, Polizei und PresseZur Großansicht
AFP

Ausschuss-Chef Leveson: Kritik an Politik, Polizei und Presse

Hamburg/London - Ein Presserat für Großbritannien: Eine neu geschaffene, unabhängige Behörde soll nach Vorstellung des Richters Brian Leveson künftig den Wild-West-Manieren der Presse im Vereinigten Königreich Einhalt gebieten. Dies forderte Leveson am Donnerstag in London.

Die Kommission unter seinem Vorsitz war von der Mitte-rechts-Regierung von Premier David Cameron eingesetzt worden. Sie sollte die teils illegalen Praktiken britischer Journalisten untersuchen, die im Zuge des "News of the World"-Skandals vor allem im Boulevardbereich ans Licht gekommenen waren.

Bei der Vorstellung des 2000-seitigen Abschlussberichts bezeichnete Leveson das Verhalten einzelner Pressevertreter als "abscheulich." Die Bürger sollten vom Gesetz davor geschützt werden. Gleichermaßen kritisierte er die enge Beziehung von Politikern, Polizei und der Presse.

Politik und Regierung sollten bei der von ihm geforderten Überwachung des Presse-Verhaltens deshalb keine Rolle spielen, sagte Leveson. Er forderte aber eine gesetzliche Grundlage für die Schaffung der unabhängigen Kontrollinstanz.

Premierminister David Cameron reagierte abwehrend auf Levesons Vorschläge: "Wir sollten auf der Hut sein, dies gesetzlich zu regeln", sagte der Regierungschef am Nachmittag vor dem Unterhaus. Mit staatlichen Richtlinien für die Presse sei "der Rubikon überschritten."

sha/AP

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