Literaturnobelpreisträgerin Google ehrt Nelly Sachs zum 127. Geburtstag

Weil sie "das Schicksal Israels mit ergreifender Stärke" interpretierte, erhielt Nelly Sachs 1966 den Literaturnobelpreis. Google ehrt die jüdische Dichterin zu ihrem Geburtstag mit einem Doodle.

Nelly Sachs
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Eigentlich wollte die Berliner Fabrikantentochter Nelly Sachs Tänzerin werden - bis sie mit 17 Jahren zu dichten begann. 1966 erhielt die in Stockholm lebende Jüdin an ihrem 75. Geburtstag den Literaturnobelpreis.

Sie teilte sich den Preis mit dem israelischen Schriftsteller Samuel Josef Agnon "für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Stärke interpretieren".

Mit der Verleihung wurden zwei jüdische Dichter geehrt, die "obwohl sie in verschiedenen Sprachen schreiben, geistig verwandt" und aus der "gleichen Quelle inspiriert" sind.

1970 starb Nelly Sachs. An diesem Montag wäre sie 127 Jahre alt geworden - und Google feiert sie auf seiner Startseite mit einem Doodle.

Google-Doodle zu Nelly Sachs 127. Geburtstag

Google-Doodle zu Nelly Sachs 127. Geburtstag

Bundespräsident Heinrich Lübke dankte ihr einst telegrafisch dafür, dass sie trotz erlittenen NS-Unrechts "treu zu ihrer Heimat" stehe, wie schon der SPIEGEL anlässlich der Verleihung des Nobelpreises schrieb.

Sie war die erste deutschsprachige Nobelpreisträgerin seit 20 Jahren. Hermann Hesse hatte ihn 1946 erhalten.

1940 floh die damals 49-Jährige auf Fürsprache der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf gemeinsam mit ihrer Mutter aus Hitler-Deutschland nach Stockholm. Bis 1960 lebte sie dort sehr zurückgezogen.

Erst 1961, als der Frankfurter Suhrkamp Verlag eine Gesamtausgabe ihrer Lyrik publizierte, wurde sie auch unter deutschen Literaten ein Begriff.

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