Neue Comics: Jule K. - "Fernandas fabulous life"

Popliteratur einmal anders: Die in Hamburg lebende Zeichnerin Jule K. steht zur Naivität ihrer amüsanten Alltagsgeschichten. Die ersten beiden Episoden ihrer neuen Serie "Fernandas fabulous life" erscheinen exklusiv bei SPIEGEL ONLINE.

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Jule K.: "Die erste Ausstellung" (3 Bilder)


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Jule K.: "Die magischen Pilze" (4 Bilder)


Benjamin von Stuckrad-Barre hat mit seinen Büchern Anfang der Neunziger einer Generation den Rest gegeben. Hippe Jungs und hippe Mädels hörten hippen Pop und hatten ganz viele Beziehungsprobleme. Was folgte, war eine Flut bauchnabelbeschauender Popliteratur mit dem Tiefgang eines abgesenkten Bordsteins. Und Jule K. ist ganz genauso. Oder? Ist sie natürlich nicht. Ja, es geht um Liebe in ihren Comics, um Drogen, guten Sex und schlechten Sex. Szenekneipen, Galerien und WG-Zimmer tauchen ebenso darin auf wie tolle Musik und unglaublich begehrenswerte junge Menschen in hippen Trendklamotten. Ihre jüngste Veröffentlichung heißt auch noch "Cherry Blossom Girl", also genau so wie eine Single der in den Neunzigern beliebten French-Popband Air.

Zeichnerin Jule K.: Einfach und direkt
Eleanor Marston

Zeichnerin Jule K.: Einfach und direkt

Aber Jule K. wagt den Schritt, den die meisten deutschen Popautoren nicht gehen: sie steht zu der Naivität ihrer Geschichten. Ihr Strich ist stark reduziert und kindlich simpel, ihre Erzählweise einfach und direkt. Große Augen und markante Lippen kennzeichnen Jules Bilder, Gefühle werden exzessiv durch fliegende Herzchen und riesige Kullertränen dargestellt. "Lass uns die Nacht zusammen verbringen. Ich will alles von dir sehen und wissen", sagt der Junge zum Mädchen. Kitsch as Kitsch can. Durch diese visuelle Flut des Naiven entfalten die Comics ihre Wirkung: als Anti-Popliteratur, die nicht in sich selbst verliebt ist, sondern permanent den Grat zur eigenen Parodie entlang balanciert. Jule K. wurde als Juliane Kruschke 1974 in Lemgo geboren. Sie lebt und arbeitet inzwischen als freie Illustratorin in Hamburg. Ihre Comics erschienen bisher vorrangig in selbstpublizierten Heften, in Zeitschriften und Anthologien. "Cherry Blossom Girl" wurde bei der renommierten Edition 52 veröffentlicht. 2001 erhielt sie den dritten Preis des internationalen Comicfestivals Fumetto in Luzern. "Fernandas fabulous life" ist der Auftakt zu Jules neuestem Comicprojekt. Die ersten zwei Episoden erscheinen exklusiv bei SPIEGEL ONLINE. Stefan Pannor

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