Neue Comics Uli Oesterle - "Hector Umbra"

Uli Oesterle hat seine Fühler längst in internationale Gefilde ausgestreckt. Seine Comics erscheinen in Holland und Frankreich, selbst in den USA ist man auf ihn aufmerksam geworden. Eine Episode seiner Detektiv-Saga "Hector Umbra" bearbeitete er exklusiv für SPIEGEL ONLINE.


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Uli Oesterle: "Hector Umbra" (9 Bilder)

Dass er tatsächlich das Skript zu seiner ersten langen "Hector Umbra"-Episode in einem Pariser Straßencafé auf seinem iBook geschrieben und sich dabei wie ein waschechter Künstler gefühlt habe, erzählt Uli Oesterle gerne. Und fügt hinzu, dass der gleiche Versuch in einem Düsseldorfer Hotel "reine Zeitverschwendung" war.

Noch so einer, für den Deutschland eigentlich zu klein ist. Ein von Oesterle für die deutsche Ausgabe der amerikanischen "Hellboy"-Comics geschaffenes Bild fiel "Hellboy"-Schöpfer Mike Mignola so sehr ins Auge, dass er dem Zeichner prompt einen Auftrag beim US-Verlag Dark Horse beschaffte.

Zeichner Oesterle: International angesehen

Zeichner Oesterle: International angesehen

Oesterles Arbeiten funktionieren international. Trotz Lokalkolorit. Der schon erwähnte "Hector Umbra" etwa lebt in München und ist Titelheld einer geplanten eigenen Serie. Der ebenfalls in München lebende Oesterle genießt es sichtlich, hiesigen Alltag, Lifestyle und Medien in dieser mehr als bizarren Geschichte zu reflektieren. Zwischen Schickeria und "Wachtturm"-Verkäufern, Vinylfreaks und Fernsehtussis schlägt sich Umbra als fast gescheiterter Detektiv der Popkultur Münchens mit toten Freunden und DJ-Kidnappern herum.

Dargeboten wird das aber in einem Stil, der grafisch ein Mix aus George Grosz und Mike Mignola zu sein scheint, aber dennoch genug Eigenheiten aufweist, um Oesterle über das reine Epigonentum zu erheben und seinen Arbeiten einen extrem hohen Wiedererkennungswert zu verleihen. Nicht umsonst erschien "Hector Umbra" gleichzeitig in Holland und in Frankreich, dort wurde er auch für den Preis für das beste Debüt auf dem angesehenen Comicfest von Angouléme nominiert.

Auch Oesterles Vorgängeralben, "Schläfenlappenphantasien" und "Fraß" erschienen international, auf Englisch und Französisch. Zuletzt kam die Comicproduktion etwas ins Stocken - mit "Hector Umbra" wird es wohl erst 2008 weitergehen. Dazwischen fand der vielbeschäftigte Illustrator, der 1966 in Karlsruhe geboren wurde, die Zeit, eine kurze "Hector Umbra"-Episode exklusiv für SPIEGEL ONLINE zu bearbeiten.

Stefan Pannor



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