Neue Comics Wittek - Hamburger Wahnsinn

Wenn der Alltag von Skurrilität gezeichnet ist, muss ein kreativer Kauz ans Werk. Wie gut, dass der Hamburger Wittek mit spitzer Feder zur Stelle ist. Exklusiv für SPIEGEL ONLINE beweist er Mut zum Autobiografischen - und erzählt von seiner größten Liebe.


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Wittek: "Erste Comics" (24 Bilder)

Der Wahnsinn hat keine Methode - aber eine Daseinsberechtigung. Anders wäre kaum zu erklären, was Thomas Wittke alias Wittek seit einigen Jahrzehnten macht. Da geht es nicht nur - wie in der von ihm und Sven Taucke gestalteten SPIEGEL-ONLINE-Serie "Dr. Hirnhardt" - um redende Klonböcke und verrückte Wissenschaftler. Der kreative Wahnsinn zeigt sich auch in Titeln wie "Nazizombies vs. Mangagirlies".

1964 in Dinslaken geboren, gehört Wittek inzwischen zum harten Kern der Hamburger Comicszene. Ausstellungen, Kleinmessen, Fanzines, Anthologien - seine Projekte sind Legion. Zuletzt wurde Wittek bekannt als Co-Regisseur und Kameramann des umstrittenen Wahlwerbespots für die APPD.

Zeichner Wittek: Frank Zappa des Comics

Zeichner Wittek: Frank Zappa des Comics

Es geht um Vielseitigkeit bei Wittek. Die reicht bei ihm von den beim Hamburger Zwerchfell-Verlag veröffentlichten Seltsam-Comics "Bizarr Bazar" (der Zeichner, schreibt einer seiner Leser, zeige hier den "Mut zur Hässlichkeit") bis zu einer Mini-Adaption von Goethes "Faust" für eine Mindener Tageszeitung. Als Werbegrafiker arbeitet er unter anderem für einen dänischen Freizeitpark und gestaltet TV-Werbespots. Zudem hat er heimlich zwei Jahre lang den "Mecki"-Strip in der "Hörzu" als Ghostzeichner produziert.

Eines seiner künstlerischen Vorbilder ist Frank Zappa. Wie der amerikanische Rock-Kauz will Wittek schockieren, vor allem aber überraschen. So lotet er in seinen oft autobiografischen Comics Grenzen aus, seine eigenen, aber auch die des Lesers. Als Werkstatt dient ihm dabei das Hamburger Studio "Alligatorfarm", wo Wittek als kreativer Kopf und Zeichenlehrer fungiert. Zur ästhetischen Spielwiese wird auch die von ihm initiierte jährlichen Anthologie "Panik Elektro", die inzwischen - jeder Band ist mehrere hundert Seiten stark - zum größten Forum für deutsche Nachwuchszeichner geworden ist.

Der vorliegende Comic zeigt Wittek von seiner autobiografischen Seite und wurde exklusiv für SPIEGEL ONLINE neu gestaltet.

Stefan Pannor

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