Neue Literaturauszeichnung Thomas-Mann-Preis für Christa Wolf

Die Jury lobte ihren "tiefen moralischen Ernst": Christa Wolf ist eine der bedeutendsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur: Jetzt erhält die Schriftstellerin als erste den neuen, mit 25.000 Euro dotierten Thomas-Mann-Preis.

Preisträgerin Christa Wolf: "Kämpfe, Hoffnungen und Irrtümer kritisch befragt"
ddp

Preisträgerin Christa Wolf: "Kämpfe, Hoffnungen und Irrtümer kritisch befragt"


Lübeck/München - Die Schriftstellerin Christa Wolf erhält in diesem Jahr den Thomas-Mann-Preis, eine 2010 erstmals gemeinsam von der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste vergebene Literaturauszeichnung.

Zur Begründung hieß es am Montag, dass Wolf "in ihrem Lebenswerk die Kämpfe, Hoffnungen und Irrtümer ihrer Zeit kritisch und selbstkritisch befragt, mit tiefem moralischen Ernst und erzählerischer Kraft schildert und bis in die grundlegenden Auseinandersetzungen um Mythos und Humanität hinein erkundet".

Die mit 25.000 Euro dotierte Ehrung ist aus dem Lübecker Thomas-Mann-Preis und dem Großen Literaturpreis der Akademie in München hervorgegangen. Künftig soll sie im jährlichen Wechsel in Lübeck und München vergeben werden. Die diesjährige Preisverleihung findet am 24. Oktober in Lübeck statt.

Aktuell ist Wolf mit zwei Werken auf dem deutschen Buchmarkt präsent. Gerade erschien ihr Lebens- und Reisebericht "Stadt der Engel" (Suhrkamp), der ihre Abkehr vom wiedervereinigten Deutschland und ihre Reise nach Amerika in den Jahren 1992/93 thematisiert.

Außerdem wurde die 1987 erschienene Erzählung "Störfall - Nachrichten eines Tages" wieder aufgelegt. Der Text hatte damals für einen Eklat gesorgt, weil er die DDR-Obrigkeit und ihre Verstrickungen mit dem Atom-Establishment an den Pranger stellte.

can/ddp/dpa



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