Wien - Was haben Goethes Ballade "Der Erlkönig" und der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider gemein? Auf den ersten Blick vielleicht wenig. Aber wenn die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek die beiden Themenkomplexe in Verbindung bringt, kommt doch Erstaunliches dabei heraus.
Jelinek, seit Jahren als scharfe Kritikerin Haiders bekannt, hat den Unfalltod des Kärntner Landeshauptmanns literarisch verarbeitet. Ohne den umstrittenen Politiker auch nur ein einziges Mal beim Namen zu nennen, beschreibt sie auf über 150 Zeilen auf ihrer Homepage die letzten Minuten Haiders vor seinem Verkehrsunfall auf dem nächtlichen Heimweg und spielt dabei auf Goethes Ballade "Der Erlkönig" an. Zitiert werden darf aus ihrem Text jedoch nicht.
Jelinek hatte als Reaktion auf die zunehmende Hetze der rechten Boulevardpresse und auch Haiders im Mai 1996 ein Aufführungsverbot ihrer Stücke an österreichischen Bühnen verhängt. Immer wieder setzte sie sich seither mit der Banalisierung des Rechtsradikalismus in österreichischen Medien auseinander.
hoc/dpa
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