Deutsch-russischer Schriftsteller Oleg Jurjew ist tot

Als Kolumnist schrieb er über Weltliteratur, in seinen Romanen ging es immer wieder um Antisemitismus: Der deutsch-russische Autor Oleg Jurjew ist gestorben. Er wurde 58 Jahre alt.

Oleg Jurjew, 2009
Isolde Ohlbaum/laif

Oleg Jurjew, 2009


Der Schriftsteller und Übersetzer Oleg Jurjew ist tot. Er ist in der Nacht zu Donnerstag im Alter von 58 Jahren gestorben. Das teilte der Verbrecher Verlag mit.

"Mit Oleg Jurjew verlieren wir alle einen wunderbaren Autor - und die Literatur hat einen großen und unermüdlichen Vorkämpfer für ihre Sache verloren", sagte eine Sprecherin des Verlags.

Der deutsch-russische Romancier, Lyriker, Dramatiker und Übersetzer widmete sich in seinen Werken im wieder dem Thema Antisemitismus. Als Kolumnist schrieb er beim "Tagesspiegel" auch über Weltliteratur. "Es ging ihm darum, Poesie und Literatur hochzuhalten gegen das Profane und Alltägliche", wie es vom Verlag hieß.

Der Sohn einer Hochschullehrerin und eines Violinisten wurde 1959 im damaligen Leningrad geboren. 1991 siedelte er mit seiner Familie nach Frankfurt am Main über. Jurjew war mit der Schriftstellerin und Lyrikerin Olga Martynova verheiratet.

Er veröffentlichte auf Russisch und in deutscher Übersetzung. Zu seinen Werken gehören die Romane "Frankfurter Stier", "Spaziergänge unter dem Hohlmond", "Der neue Golem" oder "Der Krieg der Kinder und Greise" und "Die russische Fracht". Im vergangenen Jahr war sein Roman "Unbekannte Briefe" erschienen. Im Jahr 2010 erhielt er den mit 15.000 Euro dotierten Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil der Stadt Heidelberg.

asc/dpa

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