Schriftstellervereinigung Deutsches PEN-Zentrum hat neue Präsidentin

Die Schriftstellerin Regula Venske ist die neue Präsidentin der PEN in Deutschland. Für den Erhalt der Meinungsfreiheit will die neue Vorsitzende auch im eigenen Land kämpfen.

Regula Venske
Imago/ Rüdiger Wölk

Regula Venske


Die Autorin Regula Venske ist neue Präsidentin der Schriftstellervereinigung PEN (Poets, Essayists, Novelists). Deren Mitglieder wählten am Freitag in Dortmund die bisherige Generalsekretärin an die Spitze des deutschen PEN-Zentrums.

Der amtierende Präsident, Josef Haslinger, hatte sich nach vier Jahren an der Spitze des Gremiums nicht erneut zur Wahl gestellt. Der 61-jährige Österreicher arbeitet neben seiner schreiberischen Tätigkeit auch als Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

Die neue Präsidentin Venske betonte, sie wolle wichtige Schwerpunkte des Zentrums wie die Arbeit gegen den Rechtspopulismus und die Hilfe für bedrohte Autoren fortsetzen.

"Rechtspopulismus gibt es ja auch vor der eigenen Haustür, im eigenen Land", sagte die 61-Jährige. Die Meinungsfreiheit sieht die neue Präsidentin vor allem in der Türkei und in Russland bedroht. "Es gibt derzeit viele Themen, die uns beschäftigten", sagte Venske. Dazu zähle sie auch die in den USA einsitzenden Whistleblower. Eine Solidarbotschaft formulierte das PEN-Zentrum für die deutsche Autorin Petra Reski, die regelmäßig über die Mafia schreibt. Die war nach einer Veröffentlichung in einen Rechtsstreit mit einem italienischen Geschäftsmann geraten.

Neben ihrer Arbeit als PEN-Präsidentin will Venske weiter als Schriftstellerin arbeiten. "Der Roman, an dem ich schreibe, dauert etwas länger; aber dadurch wird er vielleicht auch etwas reifer werden. Es ist ein psychologischer Roman." Venske ist in Minden in Westfalen geboren und in Münster aufgewachsen. Zurzeit lebt sie in Hamburg.

Bis Sonntag diskutieren rund 170 der 800 Mitglieder des PEN-Zetrums in Dortmund noch über den Erhalt der Meinungsfreiheit und die politische Lage in In- und Ausland. Auch über die beiden Schwerpunkte "Writers-in-Exile" und "Writers-in-Prison" soll gesprochen werden. Zudem sollen die neuen Stipendiaten vorgestellt werden, die in Deutschland mit Unterstützung des Bunds ein Aufenthaltsstipendium bekommen können.

gia/dpa

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