Reaktionen auf den Tod von Philip Roth "Er war ein Riese"

Der Tod des amerikanischen Autors Philip Roth hat international Trauer ausgelöst. US-Zeitungen würdigen ihn mit ausführlichen Nachrufen, auch Kollegen melden sich zu Wort.

Philip Roth
DPA/MONDADORI PUBLISHING HOUSE

Philip Roth


"Philip Roth war eine herausragende Figur der Literatur des 20. Jahrhunderts", schreibt die "New York Times" über den verstorbenen Schriftsteller. Die "Washington Post" zitiert die Literaturprofessorin Aimee Pozorski mit den Worten: "Er war die Stimme seiner Generation." Und CNN schreibt: "Roth ist niemals daran gescheitert, mit seinen vielen Büchern zu provozieren."

Roths Tod hat einen großen Widerhall vor allem in den amerikanischen Medien ausgelöst. Einig sind sich die Zeitungen darin, dass die USA einen ihrer größten Autoren verloren haben. Die "Chicago Tribune" würdigt ihn als "scharfen Satiriker und kompromisslosen Realisten", der seine Leser mit einem sehr direkten Stil konfrontiert und ihnen jede Hoffnung auf eine Belohnung in einem Leben nach dem Tode ausgetrieben habe.

Die "New York Times" führt in ihrem Nachruf aus: "Im Verlauf einer sehr langen Karriere nahm Roth viele Verkleidungen an - fast alle Versionen seiner selbst - um zu untersuchen, was es bedeutet, ein Amerikaner zu sein, eine Jude, ein Mann."

"Dass in dem Jahr, in dem Philip Roth stirbt, der Literaturnobelpreis nicht vergeben wird, ist angemessen"

Der britische "Guardian" schreibt, Roth habe gleichermaßen für Erfolg und Kontroverse gestanden: "Er rang mit Themen wie Identität, Autorschaft, Moral und Sterblichkeit in einer Serie von Romanen, die die amerikanische Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts formten."

In den sozialen Medien meldeten sich auch andere Schriftsteller zu Wort und verliehen ihrer Trauer Ausdruck. Der Autor Michael Chabon ("Sommerland", "Wonder Boys") schrieb auf Twitter: "Er war ein Riese, ein Künstler und Virtuose." Der mehrfache Pulitzerpreis-Gewinner T. J. Stiles ("The First Tycoon") meint: "Roth ist tot. Und die Vereinigten Staaten haben einen Präsidenten, der mit dem Slogan 'America first' Nazis das Wort redet."

Der deutsche Autor Peter Glaser schrieb in einem Beitrag auf Facebook: "Dass in dem Jahr, in dem Philip Roth stirbt, der Literaturnobelpreis nicht vergeben wird, ist angemessen."

Die junge US-Autorin Rebecca Schiff erinnerte auf andere Weise an Philip Roth. Sie postete ein Szenenbild aus der Serie "Mad Men", das die Hauptfigur Don Draper beim Lesen des Roth-Romans "Portnoys Beschwerden" zeigt.

kae/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.