Nachfolge in Zürich: Philipp Keel übernimmt Diogenes

In anderen Verlagen ist die Frage der Nachfolge Stoff für Operetten und Königsdramen. Nicht so in der Schweiz: Philipp Keel rückt als Erbe seines Vaters an die Spitze des Diogenes Verlags auf - bislang hatte er Erfolg mit künstlerischen Tagebüchern.

Philipp Keel: "Russisches Roulette" Zur Großansicht
Nathan Beck

Philipp Keel: "Russisches Roulette"

Hamburg/Zürich - Mit Autoren wie Martin Suter, Georges Simenon und Ian McEwan gehört Diogenes zu den erfolgreichsten Publikumsverlagen - und stand lange Zeit für eine klare verlegerische Linie: Ein Diogenes-Buch, das war ein Begriff wie das von George Steiner geprägte Schlagwort von der Suhrkamp-Kultur. Doch anders als das mittlerweile nach Berlin umgezogene Flaggschiff des deutschen Verlagswesens, war sein Schweizer Pendant der Inbegriff für Bücher, die anspruchsvoll und leichtfüßig zugleich sind.

Nach dem Tod des langjährigen Diogenes-Chefs Daniel Keel im September 2011 war offen, wer Diogenes in die Zukunft führt und das zwischen Supersellern wie Paul Coelho und Unterhaltungsliteratur-Jungspunden wie Benedict Wells etwas weniger scharf gewordene Profil des Zürcher Verlags neu justiert.

Nun hat Diogenes bekannt gegeben, dass Philipp Keel, Sohn des verstorbenen Verlagsoberhaupts, ab sofort die Geschäfte führt. Keel wurde 1968 in Zürich geboren. Nach einer Ausbildung in Boston und München arbeitete er als Autor, Filmemacher und Fotokünstler. Von Keels "All About Me", einer Buchreihe mit Fragebögen von philosophischem Mehrwert, wurden nach seinen Angaben weltweit über drei Millionen Exemplare verkauft. Beim Taschen Verlag erschien 2009 ein ähnliches Projekt: "Keel's Simple Diary" - ein Tagebuch in Checklistenform.

Es dürfte noch eine paar Monate dauern, bis Keel selbst klar wird, welches vorgegebene Resümee er darin für den Tag seiner Ernennung hätte ankreuzen sollen. Eines lautet: Ein Tag "wie russisches Roulette".

sha

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