Politischer Schriftsteller Peter O. Chotjewitz gestorben

Der Schriftsteller Peter O. Chotjewitz ist tot. Er starb am Mittwoch mit 76 Jahren in Stuttgart. Der Anwalt, Übersetzer und Autor war vor allem für seine politischen Romane im Umfeld der Roten Armee Fraktion bekannt.

Schriftsteller und Anwalt Peter O. Chotjewitz (1978): Am 15. Dezember gestorben
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Schriftsteller und Anwalt Peter O. Chotjewitz (1978): Am 15. Dezember gestorben


Stuttgart - Peter O. Chotjewitz ist am Mittwoch in Stuttgart gestorben. Der Schriftsteller, der vor allem durch seine im Umfeld der 68er-Bewegung und der RAF angesiedelten Schriften bekannt wurde, wurde 76 Jahre alt. "Die deutschsprachige Literatur hat damit einen seiner vielseitigsten Autoren verloren, der den Essay und das Gedicht ebenso beherrschte wie das Drama und den Roman", so der Verbrecher Verlag, in dem Chotjewitz auch sein letztes großes Buch veröffentlichte: Den biografischen Roman "Mein Freund Klaus" über den RAF-Anwalt Klaus Croissant.

Peter O. Chotjewitz wurde am 14. Juni 1934 in Berlin-Schöneberg geboren, studierte Jura, Publizistik, Philosophie und neue Geschichte und war bis 1966 als Anwalt tätig, entschloss sich aber dann, Schriftsteller zu werden. In den siebziger Jahren ließ er seinen juristischen Beruf nochmals aufleben und wurde Wahlverteidiger von Andreas Baader, den er bereits aus der Zeit vor Gründung der Roten Armee Fraktion (RAF) kannte.

Nach einer eher experimentellen Frühphase wendete sich Chotjewitz in den siebziger Jahren einer politisch engagierten, essayistischen Schreibweise zu. Bekannt wurde er mit Romanen wie "Die Herren des Morgengrauens" (1978) über den Deutschen Herbst und "Saumlos" (1979) über die NS-Zeit. Er war auch als Übersetzer italienischer Autoren wie Dario Fo und Nina Ballestrini tätig.

Peter O. Chotjewitz sei ein Lehrmeister gewesen, erklärte der Verbrecher Verlag am Mittwoch, "nicht nur in Lektoratsdingen, sondern auch bezüglich der Frage, wie man sich mit Würde im Literaturbetrieb bewegen konnte."

twi

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