PR per Literatur "Süddeutsche" will mit 50 Roman-Beilagen Kasse machen

Die Anzeigenflaute treibt die "Süddeutsche Zeitung" in ein neues Projekt: Sie will zusätzlich zu ihren Samstagsausgaben Weltliteratur verkaufen und damit den Absatz ankurbeln.


München - "Wir betreten mit der Aktion verlegerisches Neuland", sagte Klaus Josef Lutz, Geschäftsführer des Süddeutschen Verlages, der dpa. "Wenn das Gesellenstück gelingt, sind weitere Aktionen geplant." Vom 20. März an wird die "SZ" Interessenten jeden Samstag für 4,90 Euro ein Buch anbieten. Die Aktion solle vor allem zur Bindung von neuen und alten Lesern beitragen.

Die "SZ-Bibliothek" enthält neben Paul Austers "Stadt aus Glas", Umberto Ecos "Der Name der Rose" auch "Katz und Maus" von Günter Grass oder "Das Bildnis des Dorian Gray" von Oscar Wilde. Den ersten Band, Milan Kunderas "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", gibt es umsonst. Die komplette Bibliothek ist für 196 Euro zu haben.

Die Bücher sind nach Lutz' Angaben bundesweit an rund 10.000 Verkaufsstellen, telefonisch oder über das Internet erhältlich. Es gebe zwar ähnliche Aktionen zum Beispiel in Italien, die aber nicht zu vergleichen seien. "Selbst wenn es Nachahmer geben soll, in Deutschland sind wie die ersten", sagte Lutz.

"Wir wollen nicht gegen, sondern mit dem Buchhandel laufen", sagte der Geschäftsführer. "Neben 3000 ausgewählten Kiosken ist der Buchhandel in die Kampagne voll eingebunden." Die "SZ" hat bei einer verkauften Auflage von knapp 440 000 Exemplaren gut 330.000 Abonnenten.



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