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Preis der Leipziger Buchmesse: Auf in den Wettbewerb um das wichtigste Buch des Frühjahrs

Preis der Buchmesse: Ein Dichter, vier Erzähler Fotos
Katharina Manojlovic

Jan Wagner ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert - das schaffte bislang kein Dichter. Außerdem auf der Shortlist: die Österreicherin Teresa Präauer und die Debütantin Ursula Ackrill.

Leipzig/Hamburg - Premiere beim Preis der Leipziger Buchmesse: Mit Jan Wagner ist erstmals ein Lyriker für die renommierte Auszeichnung nominiert. Wagners Gedichtband "Regentonnenvariationen" ist einer von fünf Titeln, der im Bereich Belletristik auf der Shortlist steht. Ebenfalls in der Endrunde des insgesamt mit 45.000 Euro dotierten Preises sind Ursula Ackrill ("Zeiden, im Januar"), Teresa Präauer ("Johnny und Jean"), Norbert Scheuer ("Die Sprache der Vögel") und Michael Wildenhain ("Das Lächeln der Alligatoren").

Zwei der Titel stammen bereits aus der Literatursaison 2014 - neben Wagners Lyrikband ist das Teresa Präauers Künstlerroman "Johnny und Jean". Die Österreicherin, 1979 in Linz geboren, ist zudem die jüngste Autorin auf der Shortlist - und ein weiterer Beweis für die prinzipielle Offenheit der Jury, was noch längst nicht durchgesetzte Autoren angeht. Die beiden profiliertesten Leipzig-Finalisten sind Michael Wildenhain (Jahrgang 1958), der sich in "Das Lächeln der Alligatoren" wie in seinen bisherigen Büchern dem Thema "Revolte" zuwendet, und Norbert Scheuer (Jahrgang 1951), der in "Die Sprache der Vögel" eine Afghanistan-Geschichte erzählt: Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Sanitätsgefreiter, der im Jahr 2003 die Szenerie des Krieges sucht, um ein Trauma zu überwinden.

Waren 2014 gleich drei Debütanten nominiert, ist es 2015 mit Ursula Ackrill immerhin eine: Die 1974 in Siebenbürgen geborene und in England lebende Autorin erzählt in "Zeiden, im Januar" ebenfalls vom Krieg - und von den Verwerfungen in einer deutschen Exklave, als der Krieg im Jahr 1941 näherrückt.

2014 wurde Sasa Stanisic mit seinem Uckermark-Roman "Vor dem Fest" mit dem Belletristik-Preis ausgezeichnet. Vergeben wird die Leipziger Auszeichnung noch in zwei weiteren Kategorien. Im Bereich Sachbuch/Essayistik sind Reiner Stach ("Kafka. Die frühen Jahre"), Karl-Heinz Göttert ("Mythos Redemacht. Eine andere Geschichte der Rhetorik"), Philipp Felsch ("Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer Revolte. 1960 bis 1990"), Joseph Vogl ("Der Souveränitätseffekt") und Philipp Ther ("Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa") auf der Shortlist.

Bei den Übersetzern konkurrieren Klaus Binder (aus dem Lateinischen: "Lukrez: Über die Natur der Dinge"), Elisabeth Edls Übertragung des jüngsten Romans von Nobelpreisträger Patrick Modiano (aus dem Französischen: "Gräser der Nacht" ), Moshe Kahn (aus dem Italienischen: "Stefano D'Arrigo: Horcynus Orca"), Mirjam Pressler (aus dem Hebräischen: "Amos Oz: Judas") und Thomas Steinfeld (aus dem Schwedischen: "Selma Lagerlöf: Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden").

Der Sieger in jeder Kategorie erhält 15.000 Euro. Die Preise werden am 12. März auf der Buchmesse verliehen.

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