Preis der Leipziger Buchmesse Drei Frauen für Belletristik-Auszeichnung nominiert

Georg Klein ist der bekannteste Autor unter den fünf Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik - er konkurriert mit drei Frauen und einem Mann. Bei den Sachbüchern dominiert ein Verlag.

Simona Lexau

Die deutsch-deutsche Grenze, eine Ölplattform im Meer, drei Landstriche in Italien, ein Büro und die Programmierer-Spartakiade 1985: Das sind die Schauplätze der fünf in der Kategorie Belletristik für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Romane. Hier die Titel:

  • Isabel Fargo Cole: "Die grüne Grenze" (Edition Nautilus)
  • Anja Kampmann: "Wie hoch die Wasser steigen" (Carl Hanser Verlag)
  • Esther Kinsky: "Hain: Geländeroman" (Suhrkamp)
  • Georg Klein: "Miakro" (Rowohlt)
  • Matthias Senkel: "Dunkle Zahlen" (Matthes & Seitz)

"Die grüne Grenze", der erste Roman der in Berlin lebenden und auf Deutsch schreibenden US-Amerikanerin Cole, erschien bereits im Herbst des vergangenen Jahres. (Lesen Sie hier eine Rezension). Mit den anderen vier nominierten Titeln erfüllt der Leipziger Preis seinen Ruf als Bestenliste der Frühjahrsprogramme der Verlage.

Die jüngste Nominierte ist die 1983 geborene Anja Kampmann, die bisher vor allem als Lyrikerin aufhorchen ließ - "Wie hoch die Wasser steigen" ist ihr Romandebüt. Der 1977 in Greiz geborene und in Leipzig lebende Matthias Senkel, eine Art Lokalmatador also, ist mit seinem zweiten, in der Sowjetunion spielenden Roman im Rennen.

Esther Kinsky, vielfach ausgezeichnet, unter anderem als Übersetzerin, ist mit einer Art Reise- und Erinnerungsroman dabei. Georg Klein, mit 64 Jahren der Senior unter den Nominierten, erhielt den Preis der Leipziger Buchmesse schon einmal, im Jahre 2010 für seinen "Roman unserer Kindheit".

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Preis der Leipziger Buchmesse: Das sind die Belletristik-Nominierten

Im Bereich Sachbuch/Essayistik sind gleich drei Veröffentlichungen des Münchner Verlages C.H. Beck unter den fünf Nominierten. Sie stammen allesamt von männlichen Autoren.

  • Martin Geck: "Beethoven. Der Schöpfer und sein Universum" (Siedler Verlag)
  • Gerd Koenen: "Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus" (C. H. Beck) Lesen Sie hier ein Interview mit dem Autor.
  • Andreas Reckwitz: "Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne" (Suhrkamp) Lesen Sie hier ein Interview mit dem Autor.
  • Bernd Roeck: "Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance" (Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung, C. H. Beck)
  • Karl Schlögel: "Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt" (Edition der Carl Friedrich von Siemens Stiftung, C. H. Beck) Lesen Sie hier ein Interview mit dem Autor.

Die Historiker Schlögel und Koenen wurden bereits in der sächsischen Messestadt ausgezeichnet, und zwar mit dem Leipziger Buchpreis für europäische Verständigung, den bei der Buchmesse 2018 die Norwegerin Asne Seierstad erhält. Koenen wurde 2007 geehrt, Schlögel 2009. Der Soziologe Reckwitz wurde für seine "Gesellschaft der Singularitäten" im November 2017 mit dem Bayerischen Buchpreis bedacht.

Die dritte Preiskategorie der Leipziger Auszeichnungen ist die Übersetzung. Hier sind im Rennen:

  • Robin Detje: übersetzte aus dem amerikanischen Englisch "Buch der Zahlen" von Joshua Cohen (Schöffling)
  • Olga Radetzkaja: übersetzte aus dem Russischen "Sentimentale Reise" von Viktor Schklowskij (Die Andere Bibliothek)
  • Sabine Stöhr und Juri Durkot: übersetzten aus dem Ukrainischen "Internat" von Serhij Zhadan (Suhrkamp)
  • Michael Walter: übersetzte aus dem Englischen die "Werksausgabe" in drei Bänden von Laurence Sterne (Galiani)
  • Ernest Wichner: übersetzte aus dem Rumänischen "Oxenberg und Bernstein" von Catalin Mihuleac (Paul Zsolnay Verlag)

Der Preis der Leipziger Buchmesse wird seit 2005 in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben, er ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. In diesem Jahr hatten die Verlage nach Messe-Angaben etwa 400 Bücher eingereicht. Der Jury sitzt die Literaturkritikerin Kristina Maidt-Zinke vor.

Die Preisträger werden am 15. März, dem ersten Buchmessetag, gekürt. Im Vorjahr hatte in der Kategorie Belletristik Natascha Wodin den Preis der Leipziger Buchmesse für ihren Roman "Sie kam aus Mariupol" gewonnen.

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