"Putin-Jugend" - Klage Erste Niederlage für Sorokin

Der in einen Streit um Pornografie in seinen Werken verwickelte russische Autor Wladimir Sorokin hat vor Gericht eine erste Niederlage erlitten. Sorokins Klage gegen die Kreml-nahe Jugendbewegung "Gemeinsamer Weg" wurde von einem Moskauer Stadtgericht abgewiesen.


Wladimir Sorokin: Wegen angeblicher Pornographie in seinen Werken angezeigt
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Wladimir Sorokin: Wegen angeblicher Pornographie in seinen Werken angezeigt

Moskau - Im Streit um die Zensur seiner Werke hatte Solokin Klage gegen "Gemeinsamer Weg" wegen unerlaubter Vervielfältigung von Textpassagen aus seinen umstrittenen Romanen eingereicht. Zuvor hatte die Jugendbewegung den international bekannten Autor wegen angeblicher Pornografie in seinen Werken angezeigt. Dieses Verfahren läuft noch vor Gericht. Sollte Solokin auch dieses verlieren, drohen ihm bis zu zwei Jahre Haft.

Aktivisten der in den russischen Medien auch als "Putin-Jugend" bezeichneten Bewegung hatten vor einigen Monaten vor dem Bolschoi Theater aus Sorokins Werken zitiert und dessen Bücher danach in eine überdimensionale Toilette geworfen. Sorokin bezeichnete das Vorgehen der Organisation sowie der Justiz gegen ihn als "Theater des Absurden", das die russische Literatur insgesamt erniedrige. Der im eigenen Land äußerst umstrittene Schriftsteller lässt sich unter anderem in seinem auch in Deutschland erschienenen Roman "Der himmelblaue Speck" über den Intimverkehr geklonter Sowjetführer aus.



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