Carl-Zuckmayer-Medaille Robert Menasse gibt sich auf Preisverleihung reumütig

Wegen falscher Zitate war der Schriftsteller Robert Menasse heftig kritisiert worden. Nach einer Prüfung hat das Land Rheinland-Pfalz ihm nun doch die Carl-Zuckmayer-Medaille verliehen. Er will in Zukunft vorsichtiger sein.

Malu Dreyer und Robert Menasse bei der Preisverleihung
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Malu Dreyer und Robert Menasse bei der Preisverleihung


Der wegen falscher Zitate ins Kreuzfeuer der Kritik geratene österreichische Autor Robert Menasse hat am Freitagabend die Carl-Zuckmayer-Medaille erhalten. Bei der Verleihung des Literaturpreises des Landes Rheinland-Pfalz im Staatstheater Mainz würdigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) das Gesamtwerk des Schriftstellers. Sie bezeichnete ihn als "Meister der Sprache".

Menasse war in den vergangenen Wochen massiv in die Kritik geraten, weil er offenbar in Interviews Zitate des verstorbenen Politikers Walter Hallstein erfunden hatte, um für mehr Europa zu werben. Auch in seinem in Brüssel spielenden Roman "Die Hauptstadt" tritt er vehement für die europäische Idee ein.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hatte daraufhin geprüft, ob man Menasse trotzdem wie geplant die Carl-Zuckmayer-Medaille verleihen kann undsich letztlich dafür entschieden.Die Ministerpräsidentin Malu Dreyer griff die Kritik an Menasse dann auch bei der Preisverleihung wieder auf. "Für das Gelingen einer demokratischen Debatte ist es unerlässlich, Gewissheiten von Annahmen und Fakten von Meinungen zu trennen", sagte sie. Für sie sei es "wahrlich kein leichter Weg bis zu diesem Festabend" gewesen.

Menasse selbst hatte schon bei seiner Ankunft im Gästehaus der Landesregierung am Mittag bekräftigt, künftig sorgsam auf die Trennung von Literatur und politischer Debatte zu achten.

In seiner Dankesrede beschrieb Menasse einen Traum, in dem er Carl Zuckmayer fragt: "Was soll ich armes Schwein in Mainz bloß sagen?" Außerdem habe er sich in Zuckmeyers Dossiersammlung "Geheimreport" wiedergefunden: "Luftikus steht wegen unkorrekten Zitierens schwer in Kritik." Er müsse sich dabei auch selbst an die Nase fassen: "Er dreht zwar den Sinn nicht um. Aber wenn er zitiert, dann muss er doch wörtlich zitieren - sinngemäß allein ist kein Zitat."

fek/dpa



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