Romy-Schneider-Roman Verlag muss Passagen schwärzen

Weil der Roman "Ende einer Nacht" über Romy Schneider ihrer Mutter Magda eine private Nähe zu Adolf Hitler unterstellt, klagte deren Witwer. Jetzt entschied das Landgericht Frankfurt am Main - und erließ eine einstweilige Verfügung.


Frankfurt am Main - Die Entscheidung kam einen Tag vor Beginn der Frankfurter Buchmesse: Wie der Blumenbar Verlag mitteilte, darf der Romy-Schneider-Roman "Ende einer Nacht" von Olaf Kraemer nur mit geschwärzten Passagen auf der Messe präsentiert werden.

Cover des Schneider-Romans: Passagen geschwärzt

Cover des Schneider-Romans: Passagen geschwärzt

Dies hatte das Landgericht Frankfurt am Main zuvor entschieden.

In der ursprünglichen Fassung des Buchs, in dem es um die letzten Stunden der 1982 gestorbenen Schauspielerin geht, sind Absätze enthalten, in denen eine persönliche Nähe von Romy Schneiders Mutter Magda zu Adolf Hitler und zum Nazi-Regime beschrieben wird.

Insgesamt habe das Gericht sieben Passagen beanstandet, die nun geschwärzt würden, so der Verlag.

Der frühere Mann der 1996 verstorbenen Magda Schneider habe die Verfügung erwirkt, berichtete der Münchner Verlag weiter.

So werde etwa in einer dem Antrag beiliegenden eidesstattlichen Erklärung einer einstigen Freundin Magda Schneiders festgestellt, dass diese in Einladungen Adolf Hitlers auf dessen Wohnsitz am Obersalzberg erst "nach der 5. oder 6. Aufforderung" eingewilligt habe.

Nach Aussage von Programmchef Wolfgang Farkas habe Blumenbar noch nicht entschieden, ob gegen den Gerichtsbeschluss Widerspruch eingelegt werde.

ber/dpa



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