"Harry Potter"-Autorin Enttarnte Rowling erhält "bedeutende" Entschädigung

Unter Pseudonym schrieb die "Harry Potter"-Schöpferin J.K. Rowling einen Krimi. Dann wurde sie enttarnt und der Roman ein Erfolg - zu ihrem Missfallen. Nun sprach ihr ein Gericht eine hohe Entschädigung zu. Die spendete sie an arme Soldaten.

Schriftstellerin J.K. Rowling: "Soldaten brauchen Unterstützung"
REUTERS

Schriftstellerin J.K. Rowling: "Soldaten brauchen Unterstützung"


Hamburg - Im Krimi "The Cuckoo's Calling" schlägt sich der kriegsversehrte Afghanistan-Veteran Cormoran Strike als Privatdetektiv durch. Auf dem Einband steht als Autor ein gewisser Robert Galbraith. Doch hinter dem Pseudonym verbirgt sich die Erfolgsschriftstellerin J.K. Rowling. Das wussten zunächst nur engste Vetraute. Unter anderem Geschäftspartner Chris Gossage von der Londoner Anwaltskanzlei Russels. Der verriet das Geheimnis seiner Freundin Judith Callegari, die es wiederum einem Journalisten der "Sunday Times" steckte, die darüber berichtete.

Ihre Mandantin sei sehr verärgert gewesen über diesen "fundamentalen Vertrauensbruch", sagte Rowlings Anwältin Jenny Afia am Mittwoch in einer Gerichtsverhandlung gegen Gossage und die Kanzlei. Und der Indiskretion von dessen Freundin kommt das Anwalstbüro nun teuer zu stehen. In der Verhandlung erklärte sich das Unternehmen zur Zahlung einer hohen Entschädigung bereit.

Die genaue Höhe wurde nicht genannt, es wurde aber von einer "bedeutenden" Summe gesprochen.

Vor der Enttarnung gerade mal 1500 Exemplare verkauft

Auf Rowlings Wunsch werde die Kanzlei das Geld nicht an die Autorin, sondern an die Organisation The Soldier's Charity überweisen, die vor allem ehemalige Soldaten und deren Familien finanziell unterstützt. Auch die weltweiten Einnahmen aus dem Buchverkauf aus den ersten drei Jahren wolle die 48-Jährige an die Organisation spenden.

Rowling begründete dies zum einem damit, dass Soldaten ihr bei der Recherche für den Krimi geholfen hätten. Zum anderen habe ihr das Verfassen des Buches klargemacht, dass die Soldaten Unterstützung brauchten.

"Ich hatte immer vor, The Soldier's Charity etwas von Roberts Tantiemen zu spenden, aber ich habe nicht geahnt, dass es drei Monate nach Veröffentlichung ein Bestseller wird.", erklärte Rowling. Vor der Enttarnung der wahren Autorin waren von der gebundenen Ausgabe des Krimis gerade einmal 1500 Exemplare verkauft worden. Anschließend wurde das Buch zum Bestseller. Ein weiterer Cormoran-Strike-Roman soll im kommenden Jahr erscheinen.

seh/AFP



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insgesamt 13 Beiträge
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Emmi 31.07.2013
1. Inszenierte PR um den Verkauf anzukurbeln...
Inszenierte PR um den Verkauf anzukurbeln...
Matzescd 31.07.2013
2. und das war nicht geplant?
Jetzt mal ernsthaft... Glaubt diese Story irgendwer? Nach dem ganzen Harry P. Hype (alles immer streng geheim) war das doch die willkommene Finanzspritze für Frau R. Endlich wieder Einkünfte. Okay... jetzt geht es Medienwirksam an irgendeine Soldatenvereinigung. Aber es gibt ja Band 2, in dem der kleine Privatdetektiv mehr über seine Vergangenheit erfährt und in einem alten schottischen Schloß... ach nee... Wenn die Story echt ist, dann ist Freundin doch jetzt wohl die "ex".
bilch_76 31.07.2013
3.
Zitat von MatzescdJetzt mal ernsthaft... Glaubt diese Story irgendwer? Nach dem ganzen Harry P. Hype (alles immer streng geheim) war das doch die willkommene Finanzspritze für Frau R. Endlich wieder Einkünfte. Okay... jetzt geht es Medienwirksam an irgendeine Soldatenvereinigung. Aber es gibt ja Band 2, in dem der kleine Privatdetektiv mehr über seine Vergangenheit erfährt und in einem alten schottischen Schloß... ach nee... Wenn die Story echt ist, dann ist Freundin doch jetzt wohl die "ex".
Naklar, det "Anwalstbüro" - was/wer immer das sein mag... ;-)
noalk 31.07.2013
4. Vorurteil bestätigt
Einer Frau ein Geheimnis anvertrauen? Schön blöd. Ich weiß, dass das ein Vorurteil ist. Komischerweise finde ich es immer wieder bestätigt.
masagen 31.07.2013
5. optional
Die gute Frau ist über eine Milliarde Euro schwer. Aus Geldnot hat sie diesen Coup jedenfalls nicht begangen, sofern es denn einer war.
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