Literatur-Nobelpreisgremium König ändert Regeln der Schwedischen Akademie

Die Lösung für die Probleme bei der Schwedischen Akademie, durch die sogar der Literaturnobelpreis in Gefahr schien? Der König will die Sitze von zwei Jahre lang inaktiven Mitgliedern neu besetzen lassen.

Treffen der Schwedischen Akademie 2017
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Treffen der Schwedischen Akademie 2017


Im Skandal um die Schwedische Akademie ändert König Carl XVI. Gustaf nun die jahrhundertealten Statuten des Literaturnobelpreis-Gremiums. Regeln zum Austritt aus der Akademie würden ergänzt, teilte das Königshaus am Mittwoch mit.

Bisher waren die Sitze in der Jury für den Literaturnobelpreis auf Lebenszeit vergeben und ein Rücktritt unmöglich. Obwohl mehrere Mitglieder zuletzt angekündigt hatten, aus Protest gegen den Umgang mit einem Skandal nicht mehr an Sitzungen teilzunehmen, konnten ihre Sitze nicht nachbesetzt werden.

Hintergrund ist eine Affäre um Belästigung, Korruption und Verrat von Geheimnissen. Drei Mitglieder hatten ihre Arbeit niedergelegt, weil die Akademie daraus keine ausreichenden, auch personellen Konsequenzen zog. In Folge trat auch die Ständige Sekretärin Sara Danius zurück. Sie richte sich damit nach dem Willen der Akademie, erklärte sie. Bei der gleichen Sitzung zog sich auch Katarina Frostenson, die Ehefrau des Mannes, dem die sexuellen Übergriffe vorgeworfen werden, fürs Erste aus der Akademie zurück.

Damit sei die Zahl der inaktiven Mitglieder so groß, "dass das ernsthaft die Fähigkeiten der Akademie gefährdet, ihre wichtigen Aufgaben zu erfüllen", erklärte das Königshaus am Mittwoch. Unter anderem sei der nötige Wiederaufbau der Akademie behindert. Künftig sollten nicht nur die Sitze von zurückgetretenen Mitgliedern neu besetzt werden, sondern auch die von Mitgliedern, die zwei Jahre lang nicht aktiv mitgearbeitet haben.

Die in der aktuellen Affäre freigewordenen fünf der 18 Sitze könnten nach dieser Regelung nicht sofort neu besetzt werden - wohl aber die von zwei Mitgliedern, die aus anderen Gründen bereits seit 1989 beziehungsweise November 2015 nicht mehr an Akademiesitzungen teilgenommen hatten. Der schwedische König fungiert als Schutzpatron der 1786 geschaffenen Institution. Er kündigte an, die Akademie wegen der näheren Ausarbeitung der Regeln zu konsultieren.

feb/dpa



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