Berühmte Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen gestorben

Ihre Dissertation "Die imaginierte Weiblichkeit" machte sie berühmt, dann wurde sie zur Literatin. Nun ist die Schriftstellerin und Essayistin Silvia Bovenschen im Alter von 71 Jahren gestorben.

Schriftststellerin Silvia Bovenschen
picture alliance/ Erwin Elsner

Schriftststellerin Silvia Bovenschen


Sie kannte sich in Sachen Liebe, Freundschaft und Zeit aus: Die Literaturwissenschaftlerin und Autorin Silvia Bovenschen schrieb über Frauen, Feminismus, ihre Zuneigung und das Alter. Nun ist die Philologin und Literatin im Alter von 71 Jahren in Berlin gestorben. Das bestätigte ihr Verlag S. Fischer.

Silvia Bovenschen wurde 1946 im oberbayerischen Point geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft, Soziologie und Philosophie in Frankfurt am Main. Dort machte sie ihre Dissertation "Die imaginierte Weiblichkeit - Exemplarische Untersuchungen zu kulturgeschichtlichen und literarischen Präsentationsformen des Weiblichen" 1979 berühmt. Die Abhandlung über weibliches Aufbegehren gehörte schnell zum Kanon feministischer Lektüre.

Silvia Bovenschen litt an Multipler Sklerose, die sie in ihren erzählerischen Schriften nicht verschwieg. Das 2006 erschienene Buch "Älter werden" war auch beim breiteren Publikum ein großer Erfolg - darin schildert sie in kleinen Notizen ihren eigenen Altersprozess. In dem Roman "Nur Mut" erzählt Bovenschen, wie vier Frauen eine Alters-WG gründen. Und in ihrem Buch "Sarahs Gesetz" beschrieb sie in einer Art Selbstporträt das Leben mit ihrer Partnerin Sarah Schumann. Vor wenigen Wochen brachte sie ihren neuen Roman zum Abschluss: "Lug und Trug und Rat und Streben".

Bovenschen war seit 2011 Mitglied der Berliner Akademie der Künste und wurde 2013 in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. Am Dienstag verstarb Silvia Bovenschen in Berlin.

cpa



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