Pop-Buch "Sound of the Cities" Städte und ihr Pop

Eine musikalische Entdeckungsreise: Philipp Krohn und Ole Löding erkunden die globalen Musikszenen in 24 Metropolen.

Kraftwerk (bei Live-Konzert): Auch Düsseldorf ist eine Pop-Reise wert
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Kraftwerk (bei Live-Konzert): Auch Düsseldorf ist eine Pop-Reise wert


Was die beiden enddreißigjährigen Journalisten auf die Beine gestellt haben, ist ein eindrucksvolles Projekt: 24 Städte in aller Welt haben sie bereist, stets auf der Suche nach Spuren, warum die Metropolen ihren je eigenen Musik-Sound hervorgebracht haben.

Bei der Suche geholfen haben 160 lokale Kenner, die meisten durchaus prominent. Da erzählt Rap-Legende Kurtis Blow über New York und Billy Bragg erklärt sein London; topaktuelle Musiker wie Julia Holter aus Los Angeles oder Wanda aus Wien sind dabei, aber auch Zeitzeugen, die aus fernen, frühen Tagen erzählen, wie die Szenen in New Orleans (Irma Thomas) oder Birmingham (Spencer Davis) sich entwickelten.

Jeder Stadt haben Krohn und Löding je ein Rundgang-Kapitel gewidmet, ergänzt durch eine Songliste für ein Lokalkolorit-Mixtape und einige Adressen von sehenswerten Clubs, Plattenläden oder kulturellen Landmarken. Als eine Art Inspirationsgeber für pophistorische Städtereisen funktioniert "Sound of the Cities" also durchaus.

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Doch die Autoren haben größere Ambitionen, versuchen Begründungen zu finden, warum Städte wie Seattle oder Bristol kurze, aber heftige Boomzeiten erleben mit Grunge oder Trip-Hop, während andere wie Chicago oder Hamburg immer wieder von neuem im musikalischen Mittelpunkt stehen. Da bleiben allerdings die Erklärungen meist an der Oberfläche - zumal in den jeweiligen Artikeln ja immer die ganze Pop-Geschichte der Städte heruntergehechelt und jeder Gesprächspartner vorgestellt werden muss.

Das hat wiederum eine etwas gleichförmige, klischeelastige Sprache zur Folge - immerzu "treffen wir" irgendwen, werden "bahnbrechende Meisterwerke" nebenbei erwähnt, erweisen sich die Musikszenen der Großstädte als "vielfältig" - und lesen sich am Ende fast gleich.

Aber vielleicht taugen die Texte als Ausgangspunkte, um sich tiefer hineinzustürzen in die Szenen der einzelnen Städte. Leider bleibt allerdings auch die Auswahlbiografie ziemlich an der Oberfläche.

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