Bastei Lübbe Verleger Stefan Lübbe gestorben

Er erbte den Verlag Bastei Lübbe von seinem Vater, baute ihn aus und brachte ihn an die Börse. Stefan Lübbe veröffentlichte Bücher von Ken Follett oder Dan Brown. Nun ist der Verleger einem Herzinfarkt erlegen. Er wurde 57 Jahre alt.

Olivier Favre

Bastei Lübbe hat in der Welt der Literatur das Image eines Groschenroman-Verlages, daran konnte Stefan Lübbe nichts ändern (und wollte es wohl auch nicht unbedingt). Mit "Jerry Cotton" und dem "Bergdoktor" war der Verlag aus Bergisch-Gladbach groß geworden, und auch nach dem Tod des Verlagspatriarchen Gustav Lübbe 1995 wurde er nicht zum Hort der hohen Literatur.

Stefan Lübbe arbeitete nach Banklehre und BWL-Studium ab 1987 im elterlichen Verlagshaus mit. Nach dem Tod des Vaters erbte er zunächst 40 Prozent der Verlagsanteile, durch Anteile der Mutter wurde er zum Mehrheitsgesellschafter, und 2007 übernahm er das Unternehmen ganz.

Zu den Bestsellern von Bastei Lübbe gehören die Unterhaltungsromane von Ken Follett oder Dan Brown. Das Unternehmen wuchs durch Übernahmen von Verlagen wie Ehrenwirth, der Kinderbuchhäuser Baumhaus und Boje Verlag sowie 2011 des durchaus angesehenen Eichborn Verlags.

2013 hatte Stefan Lübbe die inzwischen nach Köln umgesiedelte Verlagsgruppe an die Frankfurter Börse gebracht, wo die neue Aktiengesellschaft allerdings mit 30 Millionen Euro weniger erlöste, als sie laut Branchenbeobachtern erhofft hatte. Über eine Beteiligungsgesellschaft hält die Familie Lübbe weiterhin die Mehrheit an dem Unternehmen. Die operative Leitung des Unternehmens gab Lübbe nach dem Börsengang des Verlags ab.

Im Alter von 57 Jahren ist der Verleger Stefan Lübbe nun überraschend gestorben. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, sein Mehrheitsaktionär sei am Montag in Südfrankreich einem Herzinfarkt erlegen. Seine Ehefrau Birgit Lübbe übernehme das verlegerische Erbe und wahre künftig die unternehmerischen Interessen der Familie.

feb/dpa

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janix_ 14.10.2014
1. Einer der seltenen Familienverlage ...
... mit Tiefen wie R. Gablé, aber durchaus auch Höhen. Hoffentlich bleibt er weiter so stark. Welchen Hintergrund hat Frau Lübbe eigentlich?
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