Verlagsstreit Verfassungsgericht stoppt Suhrkamp-Umwandlung

Die Auseinandersetzung scheint kein Ende zu finden: Im Streit um Suhrkamp schob das Bundesverfassungsgericht dem Sanierungsplan des Traditionshauses vorläufig einen Riegel vor. Der Verlag reagiert gelassen.

Verlagszentrale von Suhrkamp: Umwandlung in AG zunächst gestoppt
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Verlagszentrale von Suhrkamp: Umwandlung in AG zunächst gestoppt


Karlsruhe/Hamburg - Der Suhrkamp Verlag darf vorläufig nicht in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Das hat das Bundesverfassungsgericht angeordnet. Das Gericht untersagte es dem Amtsgericht Charlottenburg vorläufig, "das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Suhrkamp Verlag GmbH & Co. KG aufzuheben und die neue Rechtsform in das Handelsregister einzutragen", wie es heißt.

Damit kann Suhrkamp-Miteigentümer Hans Barlach einen Teilerfolg verbuchen. Er ist gegen den Sanierungsplan von Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz, der eine Umwandlung des Verlags von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft vorsieht. Das Landgericht Berlin hatte im Oktober den Weg für die Umwandlung zunächst frei gemacht und die Beschwerde der Medienholding von Hans Barlach, dem Minderheitsgesellschafter bei Suhrkamp, zurückgewiesen.

Der Suhrkamp Verlag reagierte gelassen auf die Entscheidung. Die Anordnung aus Karlsruhe, den Verlag vorläufig nicht in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln, sei nicht als Hinweis auf die endgültige Entscheidung zu verstehen, erklärte eine Suhrkamp-Sprecherin am Donnerstag. Die Anordnung diene allein dazu, dem Verlag die Möglichkeit zu einer Stellungnahme zu Barlachs Verfassungsbeschwerde zu geben.

tha/dpa



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insgesamt 3 Beiträge
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quark@mailinator.com 04.12.2014
1. Grrrr
Ich werde NIE wieder ein Buch dieser Schlangegrube kaufen. Wer in solcher Weise unfähig ist, seine Konflikte im Gespräch einem Kompromiß zuzuführen, der ist mir hinreichend unsympathisch um Berührungen zu vermeiden. So ein Nest von Egomanen, unglaublich. Und die Gerichte haben ja nichts besseres zu tun, oder ? Alleine schon die Spitzfindigkeiten der Intrigen ... ohne Worte.
titoandres 05.12.2014
2. @quark
Sie wollen nie wieder ein Suhrkamp-Buch kaufen? Gut. Dann lesen Sie halt was anderes.Viele Intellektuelle sind aber aufgrund der Situation besorgt. Denn für einen richtigen Leser deutscher Zunge gibt es keine Alternative zu Suhrkamp. Das Programm ist einmalig. Gerade auch im Bereich der wissenschaftlichen Bücher.
kategorien 05.12.2014
3. Dahinplätschernd
Ach, der Suhrkampverlag. Wäre er doch im geisteswiss. und belletristischen Bereich so wichtig wie er es einst war, so aber reflektiert dieser Streit den Unternehmenswandel seit Unselds Tod. Es ist doch nicht so, als ginge es dem Verlag gut, noch, dass er in den letzten Jahren wichtige Schriftsteller entdeckt hätte. Suhrkamp plätschert vor sich hin, und das tut doch den anderen Verlagen recht gut.
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