Barlach gescheitert Landgericht Berlin genehmigt Suhrkamp-Insolvenzplan

Eine spektakuläre Auseinandersetzung scheint zu Ende: Im Streit um Suhrkamp hat das Landgericht Berlin den Sanierungsplan des Traditionshauses endgültig genehmigt. Damit kann der Verlag in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden.

Verlagszentrale von Suhrkamp: Umwandlung in Aktiengesellschaft
DPA

Verlagszentrale von Suhrkamp: Umwandlung in Aktiengesellschaft


Frankfurt - Das Landgericht Berlin hat dem Insolvenzplan des Suhrkamp-Verlags endgültig seine Genehmigung gegeben. Das Gericht gab damit dem Eilantrag von Suhrkamp statt und entschied, dass die Beschwerde der Medienholding von Hans Barlach, dem Minderheitsgesellschafter bei Suhrkamp, zurückgewiesen werde. Das geht aus einem Urteil vom 20. Oktober hervor, wie der Verlag am Freitag mitteilte.

Die Kosten dafür müsse Barlachs Medienholding übernehmen, sie trägt auch die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesgerichtshof. Der Medienholding ist es zudem nicht mehr möglich, eine weitere Rechtsbeschwerde einzulegen.

Hans Barlach verliert mit der Entscheidung weitreichende Mitspracherechte. Er ist seit Jahren mit der Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz zutiefst zerstritten. Die Nachteile einer Planverzögerung überwögen die Nachteile für Barlach, befand die Kammer.

Mit der Entscheidung des Landgerichts Berlin ist nun der Weg zur Umsetzung des Insolvenzplans frei: Damit kann der Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden.

Der Bundesgerichtshof hatte im Juli das Landgericht Berlin gerügt, weil es eine Beschwerde Barlachs verworfen hatte. Sie richtete sich damals bereits gegen die gerichtliche Absegnung eines Insolvenzplans, mit dem Suhrkamp in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll.

Der Verlag geht davon aus, dass die Umsetzung der wesentlichen Maßnahmen des Insolvenzplans im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen sein wird, und trifft derzeit die entsprechenden Vorbereitungen.

Suhrkamp gilt als wichtigster deutschsprachiger Literaturverlag. Zuletzt erschien dort unter anderem Lutz Seilers mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichneter Roman "Kruso".

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kha/dpa

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