Thomas Rosenlöcher zum Suhrkamp Verlag: "Widerstand gegen geistige Verflachung"

Dichter statt Richter: Im juristischen Streit um Suhrkamp ergreifen die Autoren des Verlags das Wort. Auf SPIEGEL ONLINE verwahren sich Friederike Mayröcker, Volker Braun, Thomas Meinecke und Thomas Rosenlöcher gegen die Entmachtung von Ulla Berkéwicz.

Bitte, man stelle sich vor, das Bayreuther Festspielhaus würde wegen tiefgreifender Meinungsverschiedenheiten der Besitzer demnächst bis auf den Grund abgerissen. Nun, der Vergleich mag übertrieben vorkommen. Doch müssen wir nicht den Suhrkamp-Verlag als einen geistigen Turm bezeichnen? Als einen Turm, der unsichtbar und gerade deshalb um so gefährdeter ist? Ohne ihn wird der Widerstand gegen geistige Verflachung in diesem Land noch geringer ausfallen. Wie kein anderer Verlag ist Suhrkamp sowohl Wissen um das Woher als auch Frage nach dem Wohin. Bayreuth in allen Ehren - und wer würde nicht protestieren, wenn an den Grünen Hügel die Abrißbirne käme? Doch die Zerstörung des Suhrkamp-Verlags wäre schwerwiegender als der Verlust ganzer Opernhäuser.

Thomas Rosenlöcher

Der Dichter, Jahrgang 1947, veröffentlichte in der Insel-Bücherei zuletzt die Gedichtsammlung "Hirngefunkel".

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