Urteil über Gewinn-Ausschüttung: Hans Barlach bekommt von Suhrkamp 2,2 Millionen Euro

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Suhrkamp-Miteigner Hans Barlach: "Möglichst hohe Ausschüttungen"

Nächste Runde im Machtkampf: Im Prozess um die Auszahlung von Gewinnanteilen gibt das Landgericht Frankfurt am Main dem klagenden Medienunternehmer Hans Barlach recht - ihm stehe eine Gewinnausschüttung in Höhe von knapp 2,2 Millionen Euro zu.

Hamburg/Frankfurt am Main - Im Rechtsstreit um Suhrkamp ist diese Auseinandersetzung nur ein Nebenschauplatz - und doch ist sie finanziell schmerzhaft für das Unternehmen: Das Landgericht Frankfurt am Main hat am Mittwoch den Suhrkamp Verlag verurteilt, für das Jahr 2010 Bilanzgewinn in Höhe von knapp 2,2 Millionen Euro an die Medienholding AG Winterthur auszuzahlen. Hinter der Medienholding steht der Hamburger Unternehmer Hans Barlach. Er liefert sich mit Ulla Berkéwicz, der Verlegerin von Suhrkamp, einen bereits seit Jahren schwelenden Kampf um die Macht im Verlag.

Barlachs Medienholding hält 39 Prozent an Suhrkamp, 61 Prozent besitzt die von Barlach verklagte Familienholding unter Suhrkamp-Chefin Ulla Berkéwicz.

Barlach berief sich vor der Handelskammer des Gerichts mit Erfolg auf eine Vereinbarung unter den beiden Gesellschaftern. Danach war der Gewinnanteil aus dem Verkauf des Frankfurter Verlagsgebäudes und des Verlagsarchivs innerhalb weniger Tage auf ein ihm zustehendes Darlehenskonto zu überweisen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Berufung beim Oberlandesgericht ist zulässig.

In der Urteilsbegründung heißt es über die Medienholding: Ziel der Klägerin sei es, von den Suhrkamp-Kommanditgesellschaften "möglichst hohe Ausschüttungen zu erhalten."

Der Prozess ist nur einer von mehreren zwischen Barlach und Berkéwicz. Eine andere Kammer des Frankfurter Landgerichts hatte im Februar 2013 den Gesellschaftern eine Frist bis zum 25. September gesetzt, um ihren Konflikt außergerichtlich zu lösen. Beide hatten beantragt, sich gegenseitig aus der Verlagsgesellschaft auszuschließen. Am Ende des Gerichtsverfahrens könnte auch die Auflösung des Verlags stehen. Bereits im Dezember 2012 hatte ein Berliner Gericht Berkéwicz als Suhrkamp-Geschäftsführerin abberufen.

sha/dpa

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