Barlach versus Berkéwicz: Suhrkamp-Showdown wird vertagt

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Suhrkamp Verlag in Berlin: Machtkampf weiter offen

Die mit Spannung erwartete Entscheidung zwischen Hans Barlach und Ulla Berkéwicz findet zunächst nicht statt: Unter Hinweis auf die außergerichtlichen Schlichtungsbemühungen der zerstrittenen Suhrkamp-Eigner hat das Landgericht Frankfurt sein Urteil auf September verschoben.

Hamburg/Frankfurt am Main - Beide Prozessparteien klagen darauf, sich gegenseitig aus dem Verlag auszuschließen. Weiterhin offen bleibt aber, wie der mit fast allen juristischen und publizistischen Mitteln geführte Machtkampf um den Suhrkamp Verlag ausgeht. Das Landgericht Frankfurt hat seine mit großer Spannung erwartete Entscheidung im Verfahren zwischen Hans Barlach und Ulla Berkéwicz vertagt.

Es verwies am Mittwoch auf die außergerichtlichen Vermittlungsbemühungen. Die Kammer für Handelssachen bestimmte den 25. September als Termin für eine weitere mögliche Verhandlung.

Minderheitseigner Hans Barlach und die Mehrheitsgesellschafterin Ulla Berkéwicz sind seit Jahren zerstritten. Berkéwicz, die auch Suhrkamp-Verlegerin ist, hält über eine Familienstiftung die Mehrheit von 61 Prozent am Verlag. Ihr Kontrahent, ein Hamburger Medienunternehmer, ist mit 39 Prozent an Suhrkamp beteiligt. Barlach hatte im Falle des Nichtausschlusses seiner Widersacherin die Auflösung der gesamten Gesellschaft beantragt. Er beharrt auf dem Rücktritt der Suhrkamp-Chefin. Die Prozesspartei von Berkéwicz wiederum erweiterte am Mittwoch ihren gegen Barlach zielenden Antrag und brachte eine Abfindung ins Spiel.

Im Dezember 2012 war Verlagschefin Ulla Berkéwicz vor dem Landgericht Berlin gegen Barlach unterlegen, der ihre Abberufung Berkéwiczs als Geschäftsführerin verlangt hatte. Dagegen legte die Suhrkamp-Chefin Berufung ein.

Das Berliner Urteil löste eine großangelegte Kampagne aus, in der bekannte Suhrkampautoren, darunter Peter Handke, sich mit der Verlagsleitung solidarisierten. Mehr als 160 Wissenschaftsautoren des Suhrkamp Verlags forderten zudem eine gütliche Einigung im Streit der Gesellschafter, der den "Fortbestand einer herausragenden Institution des literarischen Lebens, aber auch eines der weltweit renommiertesten Wissenschaftsverlage" bedrohe.

Im Gespräch mit dem SPIEGEL brachte Hans Barlach zuletzt einen neuen Investor, einen so genannten weißen Ritter ins Spiel, der die Blockade im Verlag überwinden solle.

sha/dpa

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