Sven Regeners Buchmesse-Blog: Schlappe-Seppel im "Switzerland"

Bestseller-Autor Sven Regener bloggt auf SPIEGEL ONLINE von der Frankfurter Buchmesse. Und während er das tut, wird er von Arte gefilmt. Flucht ins Schweizer Restaurant, wo ein ganz spezieller Drink die Zunge löst. Und ausgerechnet jetzt ruft Hamburg-Heiner nicht an!

Warte mit Arte

12.32 Uhr, Halle 3.0: Eine halbe Stunde zu früh am Stand der "Frankfurter Rundschau", schlimm. Und das Arte-Team ist da und filmt alles bis ins Nasenloch hinein. Sie nennen es "Ma Vie", ich nenne es: "Ma trou de nez". Wenn man in Berlin im Prenzlauer Berg oder in Mitte in einem Café einen Computer aufklappt, ist man ja sofort unsichtbar.

Arte-Team bei der Arbeit – die haben gut lachen!
Sven Regener

Arte-Team bei der Arbeit – die haben gut lachen!

Auf diesen Effekt hatte ich jetzt eigentlich auch gehofft, ich dachte, ich setze mich, bis ich dran bin, noch eben in deren "Frankfurter Rundschau"-Kabuff und haue diesen Blogeintrag weg, und alle denken, ich bin einer von diesen Mitte-Nerds beziehungsweise denken einfach gar nichts, weil Leute mit aufgeklappten Computern ein Problem anderer Leute sind und daher unsichtbar, aber das funktioniert natürlich nicht, wenn so einer dabei von einem Arte-Team gefilmt wird, dann denken die Leute, hier ist mal das richtige Leben, hier schreibt mal ein Schriftsteller live eins von diesen Büchern, die von seinem Leben handeln, das darin besteht, an "FR"-Ständen wartend herumzulungern und diesen Umstand 1:1 in sein Laptop zu tippen.

"Und so ist das!" (Alke Warmers)

Schlappe-Seppel im "Switzerland"

Kein Mädchenstiefel, aber seitenverkehrt: Tasche umsonst!
Sven Regener

Kein Mädchenstiefel, aber seitenverkehrt: Tasche umsonst!

13.45 Uhr: Wo ist Hamburg-Heiner? Warum ruft er nicht an? Holt er zum großen Schlag aus, wegen der Simmelwitzsache gestern nacht?

Ich will's nicht hoffen, und wenn, dann könnte er ja vorher mal nachfragen. Ich hab ihn nämlich nicht erzählt. Weil Ch. K. gar nicht da war. Oder wenn, dann habe ich ihn nicht gesehen. Oder wenn doch, dann habe ich mich nicht getraut, ihn anzusprechen. Und wenn doch, dann habe ich mich jedenfalls nicht getraut, den Simmelwitz aufzubringen, sowas muß sich doch auch erstmal ergeben, da muß doch auch erstmal die Stimmung reif sein, der Simmelwitz ist ein delikates Ding, das paßt nicht überall hin wie etwa Klein-Fritzchen-Witze oder Leanders Kleine Kalauer.

Jetzt aber Mittagspause. Sitze im Restaurant "Switzerland" (sic!) und profitiere von Frau Esther von Eichborns großzügigem Angebot, mein Essen für mich mit zu holen. Das gibt mir die Gelegenheit, a) diesen völlig sinnlosen Blogeintrag zu schreiben und b) die Flasche Schlappe-Seppel Special zu trinken, die mir eine junge Zuschauerin am "FR"-Stand geschenkt hat. Ich solle das mal probieren, sagte sie. Das Etikett verspricht: "Urig, süffig, echt" und "Seit Jahrhunderten in aller Munde", und dem ist ja wohl nichts hinzuzufügen, aller Munde, das ist auch mein Mund, gerade jetzt, gerade hier, obwohl es schon schön wäre, die Sache mit HH zu besprechen, ist denn die Hochwasserlage schon wieder so kritisch auf der Veddel?

Von der "Frankfurter Rundschau" eine schöne, weiße Tasche geschenkt bekommen. Erinnert an die weißen Nappaleder-Winterstiefel der jungen Mädchen in James-Bond-Wintersport-Szenen.

Heute nachmittag noch drei Interviews, dann ins Hotel und frischmachen für die Lesung im Mousonturm. Da kommt dann auch Herr K. aus L. am M. hin, und dann wird sich zeigen, was der Schlappe-Seppel in meinem Mund bewirkt hat, Freunde.

Wenn bloß Hamburg-Heiner mal anriefe. Viele sagen ja auch einfach nur Hamburg, wenn sie von ihm sprechen, so wie die Könige in den Königsdramen von Shakespeare ja auch oft genug nicht Heinrich, sondern gleich England genannt werden. Obwohl HH wohl mehr der Richard-III-Typ ist, so von seinem Selbstverständnis her!

Die Blog-Luft wird dünn!

Roof-Music- und Tacheles-Stand: „Gute Laune, gute Laune!“ (Sven Väth)
Sven Regener

Roof-Music- und Tacheles-Stand: „Gute Laune, gute Laune!“ (Sven Väth)

15.30 Uhr: Der Stand von Roof Music und Tacheles Hörverlag, denn die beiden gehören zusammen wie der Wind und das Meer, wie Mick Jagger und Keith Richards, wie Madonna und Guy Ritchie, wie Sacco und Vanzetti, wie Watt und Wattenwurm, wie Cindy und Bert, der Stand von Roof Music und Tacheles Hörverlag ist jedenfalls einer der wichtigsten auf der Buchmesse (knapp hinter dem Stand der ASG).

Und auch kulinarisch 1a aufgestellt. Kekse aus dem Delacre-Variationsprogramm, im Hotel am Buffet vertragswidrig geschmierte Roggenbrötchen mit gek. Schinken (und Becel, die Butter war zu hart) und eine Getränkeauswahl, die sich gewaschen hat (Bier, Wasser, O-Saft) sorgen ganztägig für gute Laune, denn "gut essen und trinken hält auch außerhalb des Ruhrgebiets Leib und Seele zusammen" (Bernd K. aus B.). Die Mannschaft ist schön, stark und klug. Die Chefin hält über alle die schützende Hand. Und von der Rückwand lächeln sanft die Porträts von Hape Kerkeling, Heinz Strunk und Roger Willemsen. Auf der rechten Seite: Die Interviewkabine (mit Fenster). Seit drei Jahren wird der Stand von Roof Music und Tacheles regelmäßig zum schönsten Hörbuchverlagsstand aus dem mittleren Ruhrgebiet gewählt.

Hier fühlt sich jeder wohl, auch Frau Esther von Eichborn!

Ansonsten: Heiner: "Bitte melde dich!" (J. Wontorra)

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
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1. verstehe ich nicht
HirzelsPurzel 16.10.2008
Man kann hier nichtmal die Beiträge und Kommentare von gestern oder vorgestern lesen, und das soll ein Blog sein? Hier muß ich wirklich mal den RR rauslassen und sagen, das ist Quatsch.
2. Gähn!!!
heinzundkeinz 16.10.2008
Furchtbar langweiliges, bohemes Geschreibe eines eher minder talentierten Autors. Grausam seine stetig wiederkehrende Brussig-Neurose. Fürchte morgen berichtet er über die Farbe der Klosteine auf den Messetoiletten.
3. guter mann
kowsky 16.10.2008
guter mann-trink noch was.die kohle lockt-man(m)merkt´s dir an-warst mal besser-gaaaanz am anfang.schon alles weg?also tu nich so......!
4. Weiter so !
lars holmqvist 16.10.2008
Grüße von der Veddel, das Wasser ist noch fern...
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