Taschenbuch-Bestseller Bloß nicht den Fuß verlieren

Schon wieder Vampire? Ein Fall führt den schrulligen französischen Ermittler Adamsberg in die Heimat von Dracula. Fred Vargas' Krimi "Der verbotene Ort" ist der höchste Neueinsteiger unter den Taschenbuch-Bestsellern.


Geht es nach Fred Vargas, sind ihre Krimis wohl so eine Art (Über-)Lebenshilfe: "Ich unternehme mit den Lesern eine Reise, sehe dem Grauen der Menschheit ins Auge und liefere sie dann wieder sicher zu Hause ab", sagte die Bestsellerautorin mal dem "Guardian". "Instinktiv fühlen wir uns so besser und können ruhig schlafen."

Ausgedacht hat sich Vargas für diese Reisen die Ermittler Jean-Baptiste Adamsberg und Adrien Danglard. Zwei Typen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Kommissar Adamsberg seine Fälle mit vollkommener Ruhe und gänzlich unmethodisch löst, ist sein Helfer Inspektor Danglard ein systematischer Arbeiter, der den Gedankengängen seines Chefs oft nicht recht folgen kann.

In "Der verbotene Ort" reist das ungleiche Duo zu einem Polizeikongress nach London. Wie das bei Krimi-Ermittlern nun mal so ist, bleibt ein grausiger Fund selbst auf einem solchen Ausflug nicht aus: Beim Sightseeing entdecken die beiden vor dem Friedhof Highgate 17 fein säuberlich aufgereihte Schuhe, in denen noch die abgetrennten verwesenden Füße stecken.

Wieder in Paris, müssen sie sich um den Fall eines pensionierten Juristen kümmern, der in seinem Haus regelrecht hingerichtet worden ist. Ein Brief lenkt den Blick der Ermittler auf ein serbisches Dörfchen. Adamsberg wittert eine Verbindung zu dem Londoner Fund und bricht zu einer abenteuerlichen Reise nach Osteuropa auf - in die Heimat der Vampire.

Fred Vargas heißt eigentlich Frédérique Audoin-Rouzeau. Die 53-jährige Archäologin, die sich auch gesellschaftspolitisch engagiert, schreibt seit Mitte der achtziger Jahre Krimis, für die sie bereits mit zahlreichen Preisen bedacht wurde.

Ingo Schiwek, buchreport

Buchtipp

Fred Vargas:
Der verbotene Ort.

Aufbau Taschenbuch Verlag; 432 Seiten; 9,95 Euro.

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insgesamt 1302 Beiträge
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Seite 1
BerSie, 13.08.2008
1. Gegen den Tag
Ob lesende Hund, sprechende Kugelblitze, oder das Michelson-Morley-Experiment... seltsam ist die Faszination des neuen Pynchon, der mich immer mehr in den Bann zieht! PS Wär ja schön, wenn hier auch Sachbuchbesprechungen toleriert würden!
joachim durrang 13.08.2008
2. bücher
ich lese hauptsächlich meine eigenen texte
kurzundknapp, 13.08.2008
3.
Zitat von joachim durrangich lese hauptsächlich meine eigenen texte
Wow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
BerSie, 13.08.2008
4.
Zitat von kurzundknappWow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
Was der wohl textet, wenn keiner zukuckt?:-)
Muffin Man, 13.08.2008
5.
Unter den Neuerscheinungen sind es in letzter Zeit nur zweie gewesen, die meine Neugier soweit geweckt habe, das Portemonnaie zu zücken: Muriel Barberys "Die Eleganz des Igels (http://www.dtv.de/eleganz_des_igels/index.html)", eine möglicherweise interessante Gegenüberstellung zweier Außenseiterpositionen, ich hab's allerdings wegen eines höheren Stapels älterer Bücher, die ich noch vorher lesen will, kaum angerührt... und Cornelius Medveis "Mr. Thundermug (http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=22701)", dessen Story allerdings ziemlich simpel ist - naja, DAS ist's ja auch, was Lesepublikum und Lektoren verlangen...
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