Taschenbuch-Bestseller Das liest du!

Mit "Made in Germany" präsentiert TV-Comedian Kaya Yanar eine bunte Mischung aus Biografie, Gags und Alltagsbetrachtungen über Deutschland. Damit steigt er überaus erfolgreich auf Platz 4 der Taschenbuch-Bestseller ein.


"Meine Eltern kommen aus der Türkei. Ich bin am 20. Mai 1973 in Frankfurt am Main zur Welt gekommen. Mitten in Deutschland. Ich bin zwar Türke, aber nicht nur. Mein Name ist türkisch, meine Eltern sind türkisch. Ich bin Turk-Germane oder Deutsch-Türke, oder Hesse-Türk. Ich weiß es nicht. Aber eins weiß ich ganz genau: Ich bin Made in Germany."

Mit dem Thema Integration liegt TV-Comedian Kaya Yanar ganz auf der Höhe der Zeit. In seinem ersten Buch "Made in Germany" gibt der 37-Jährige Bruchstücke seiner Biografie zum Besten, wirft humorvolle Schlaglichter auf deutsche Sitten und lässt bekannte Figuren aus seinen TV-Sketchen auftreten. Yanar, der in einer türkischen Familie groß geworden ist, hatte mit Anpassungsschwierigkeiten nie zu kämpfen. Seinen Schulabschluss machte er an einem humanistischen Gymnasium, später besuchte er die Frankfurter Universität. Neben dem Studium, das er dann wegen der anlaufenden Comedy-Karriere abbrach, jobbte er als Animateur und sammelte erste Bühnenerfahrungen.

Heute gilt Yanar als Wegbereiter für Künstler mit türkischem Migrationshintergrund; seine Sendung "Was guckst du?", in der er sich über Vorurteile gegenüber Migranten lustig macht, wurde unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Dass er durch seine Bühnenshows selbst zur Verbreitung von "Kanak Sprak" beiträgt, findet Yanar nicht schlimm, da er bei den Moderationen zwischen Ethnolekt und Hochdeutsch springe. "Tragisch wird es", so Yanar in einem Gespräch mit der "Hannoverschen Allgemeinen", "wenn man nur den Ethnolekt spricht und deswegen keinen Ausbildungsplatz bekommt."

Nicole Stöcker, Buchreport

Buchtipp

Kaya Yanar:
Made in Germany

Heyne Verlag; 286 Seiten; 9,99 Euro.

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insgesamt 1302 Beiträge
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Seite 1
BerSie, 13.08.2008
1. Gegen den Tag
Ob lesende Hund, sprechende Kugelblitze, oder das Michelson-Morley-Experiment... seltsam ist die Faszination des neuen Pynchon, der mich immer mehr in den Bann zieht! PS Wär ja schön, wenn hier auch Sachbuchbesprechungen toleriert würden!
joachim durrang 13.08.2008
2. bücher
ich lese hauptsächlich meine eigenen texte
kurzundknapp, 13.08.2008
3.
Zitat von joachim durrangich lese hauptsächlich meine eigenen texte
Wow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
BerSie, 13.08.2008
4.
Zitat von kurzundknappWow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
Was der wohl textet, wenn keiner zukuckt?:-)
Muffin Man, 13.08.2008
5.
Unter den Neuerscheinungen sind es in letzter Zeit nur zweie gewesen, die meine Neugier soweit geweckt habe, das Portemonnaie zu zücken: Muriel Barberys "Die Eleganz des Igels (http://www.dtv.de/eleganz_des_igels/index.html)", eine möglicherweise interessante Gegenüberstellung zweier Außenseiterpositionen, ich hab's allerdings wegen eines höheren Stapels älterer Bücher, die ich noch vorher lesen will, kaum angerührt... und Cornelius Medveis "Mr. Thundermug (http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=22701)", dessen Story allerdings ziemlich simpel ist - naja, DAS ist's ja auch, was Lesepublikum und Lektoren verlangen...
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