Taschenbuch-Bestseller: Nächster Halt Minnesota

Längst ist Siri Hustvedt mehr als nur die Ehefrau des Erfolgsautors Paul Auster. Mit Büchern wie "Was ich liebte" hat sie selbst Werke geschaffen, die so angesehen wie populär sind. Ihr aktueller Roman "Der Sommer ohne Männer" steigt in dieser Woche auf Platz neun der SPIEGEL-ONLINE-Bestsellerliste.

Siri Hustvedt, die seit 1982 mit dem US-amerikanischen Erfolgsautor Paul Auster verheiratet ist, hat sich in den beiden vergangenen Jahrzehnten selbst als angesehene Schriftstellerin etabliert.

In ihrem aktuellen Roman "Der Sommer ohne Männer" wird die Heldin Mia nach über 30 Ehejahren von ihrem Mann Boris für eine jüngere Frau verlassen. Sie bricht zusammen und landet in der Psychiatrie. Nach ihrer Entlassung sucht Mia neuen Halt - und beschließt, den Sommer bei ihrer Mutter in Minnesota zu verbringen. Dort trifft sie auf alte Damen und pubertierende Mädchen, aber auf keinen einzigen Mann.

Mit dem Buch legt Siri Hustvedt nicht nur nach zehn Jahren wieder einen Roman aus der Perspektive einer Frau, sondern aus der Perspektive einer ihr stark ähnelnden Frau vor: Wie Mia ist Hustvedt Schriftstellerin, wie Mia ist sie 55 Jahre alt und mit einem Autor verheiratet, wie Mia stammt sie aus Minnesota und wie sie lebt Hustvedt in New York.

In der aktuellen Ausgabe des Rowohlt-Magazins "Bookmarks" distanziert sich Hustvedt im Interview trotzdem von dem Schicksal der ihr so ähnlichen Figur: "Mein Mann hat mich nie verlassen. Ich habe meinen Mann nie verlassen. Ich war auch noch nie als Patientin in einer psychiatrischen Klinik. Mia ist eine Romanfigur. Ich habe keine Ahnung, woher sie auftauchte, aber als ich erst einmal eine Stimme für sie gefunden hatte, floss sie nur so aus mir heraus."

Trotz aller Unterschiede: "Der Sommer ohne Männer" ist nicht das erste Buch, in dem Hustvedt auch autobiografische Ähnlichkeiten einfließen lässt. Und auch mit der Einbindung von neurowissenschaftlichen Überlegungen im Zusammenhang mit Mias Psychiatrieaufenthalt betritt die Autorin norwegischer Abstammung kein Neuland: In "Die Leiden eines Amerikaners" ging es um einen Psychoanalytiker, in "Die zitternde Frau" um Hustvedts eigene rätselhafte Nervenkrankheit, ein starkes Zittern, dessen Ursache sie mit Hilfe von Erkenntnissen der Neurologie, Psychologie und Psychoanalyse zu finden suchte.

Lisa Maria Neis, buchreport

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insgesamt 1 Beitrag
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1. Ja und ???????
haltetdendieb 12.06.2012
Was ist jetzt mit diesem Buch? Lohnt es sich, ist es interessant. Kein Wort dazu. Mich interessiert nicht, dass auch in früheren Büchern über Wissenschaft, Neurologie, Psychiatrie geschrieben wurde, mich interessiert: Lohnt es sich, dieses Buch zu lesen. Keine Antwort auf diese einfache kleine Frage! Schade.
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