Taschenbuch-Bestseller Die 25 Jahre Leben der "Katze"

Sei nicht dumm, lass ein Buch schreiben: Daniela Katzenbergers Memoiren "Sei schlau, stell dich dumm" konzentrieren sich auf die weichen Fakten im Leben der Ludwigshafenerin. Die Autobiografie ist auf Platz vier der SPIEGEL-ONLINE-Bestsellerliste voll eingeschlagen.


Es gibt so Sachen, von denen weiß man einfach, dass sie irgendwann kommen; nur der genaue Zeitpunkt bleibt die - kleine - Überraschung. Daniela Katzenbergers Autobiografie "Sei schlau, stell dich dumm" ist so eine Sache.

Erwartet hätte man sie eigentlich schon im vergangenen Jahr, als die gelernte Kosmetikerin nicht nur in allen möglichen Dokusoaps ihre blondierte Mähne, ihre aufgemalten Augenbrauen und ihre Silikonbrüste in die Kamera halten durfte, sondern auch noch ein Café auf Mallorca eröffnete und eine Single in den deutschen Charts plazierte.

Aber gut, die geschäftstüchtige Frau mit dem Pfälzer Dialekt ist inzwischen 25 Jahre alt geworden und hat heute sicher viel mehr zu erzählen als noch mit 24. Und angesichts jenes fortgeschrittenen Alters müssen sie und ihre Vermarktungspartner von RTL Interactive schließlich auch zusehen, dass sie alle Kanäle ausschöpfen, bevor das Publikum erschöpft ist.

In den 206 Seiten starken Memoiren "Sei schlau, stell dich dumm" erfahren wir, dass in Katzenbergers Familie so gut wie jeder einen anderen Nachnamen hat, dass "Erzeuger" Jürgen ein "Zigeuner" ist und schon mal seinen Teller Ravioli an die Wand geschmissen hat. Dramatik pur.

Ob er Mutter Iris (2010 bis zum Rauswurf wegen Regelverstoßes Kandidatin in der zehnten "Big-Brother"-Staffel) geschlagen hat, erfährt der Leser nicht. "Ich habe das Gefühl, dass er es getan hat", lässt "die Katze" schreiben. Bloß keine harten Fakten.

Dafür gibt es ja genug weiche, zum Beispiel die Namensgebung ihrer Brüste: "Katzi und Bergi, so nenne ich meine Brüste. Ich habe sie nach der OP umgetauft. Vorher hießen sie Mausi und Fausti." Und dafür 206 Seiten?

Nun, nicht wirklich. Ab Seite 149 stößt der Leser nämlich auf zahlreiche Zugaben, darunter Katzenbergers "Zehn Gebote" (Nr. 5: "Du darfst billig aussehen, aber nicht käuflich sein.") und ein sechsseitiges Quiz zu ihrem Leben. Und: Im Januar 2012 kommt Katzenbergers eigene Modekollektion auf den Markt.

Nicole Stöcker, buchreport

Buchtipp



insgesamt 1302 Beiträge
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Seite 1
BerSie, 13.08.2008
1. Gegen den Tag
Ob lesende Hund, sprechende Kugelblitze, oder das Michelson-Morley-Experiment... seltsam ist die Faszination des neuen Pynchon, der mich immer mehr in den Bann zieht! PS Wär ja schön, wenn hier auch Sachbuchbesprechungen toleriert würden!
joachim durrang 13.08.2008
2. bücher
ich lese hauptsächlich meine eigenen texte
kurzundknapp, 13.08.2008
3.
Zitat von joachim durrangich lese hauptsächlich meine eigenen texte
Wow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
BerSie, 13.08.2008
4.
Zitat von kurzundknappWow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
Was der wohl textet, wenn keiner zukuckt?:-)
Muffin Man, 13.08.2008
5.
Unter den Neuerscheinungen sind es in letzter Zeit nur zweie gewesen, die meine Neugier soweit geweckt habe, das Portemonnaie zu zücken: Muriel Barberys "Die Eleganz des Igels (http://www.dtv.de/eleganz_des_igels/index.html)", eine möglicherweise interessante Gegenüberstellung zweier Außenseiterpositionen, ich hab's allerdings wegen eines höheren Stapels älterer Bücher, die ich noch vorher lesen will, kaum angerührt... und Cornelius Medveis "Mr. Thundermug (http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=22701)", dessen Story allerdings ziemlich simpel ist - naja, DAS ist's ja auch, was Lesepublikum und Lektoren verlangen...
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