Taschenbuch-Bestseller Highlander in Not

Als Professorin für Meeresbiologie beschäftigte sich Diana Gabaldon mit Plankton und Kopffüßern, bevor sie sich dem Schreiben widmete. "Ein Hauch von Schnee und Asche" ist der sechste Band ihrer erfolgreichen Highland-Saga - und in dieser Woche neu in der Bestsellerliste von SPIEGEL ONLINE.


Der 1312-Seiten-Schmöker entführt den Leser in das Jahr 1772, in die Besitzungen der englischen Krone in Nordamerika, wo sich die Vorzeichen der Rebellion häufen. In Boston wird der Tee knapp, und im dünn besiedelten North Carolina gehen abgelegene Blockhäuser in Flammen auf.

Gabaldon-Bestseller "Ein Hauch von Schnee": Historie und Fantasy

Gabaldon-Bestseller "Ein Hauch von Schnee": Historie und Fantasy

Nur der schottische Einwanderer Jamie weiß die Signale zu deuten – dank einer Engländerin an seiner Seite: Claire, einer Zeitreisenden aus dem 20. Jahrhundert. Der Gouverneur bittet Jamie, das Hinterland für König und Vaterland zu einen. Doch es sind nur noch drei Jahre, bis der Krieg losbricht, an dessen Ende die Unabhängigkeit stehen wird – und sich die Königstreuen entweder unter der Erde oder im Exil befinden. Schon einmal musste Jamie in seiner geliebten schottischen Heimat bitter dafür bezahlen, dass er auf der Verliererseite eines Konfliktes stand – nun droht sich in der Neuen Welt für ihn die Geschichte zu wiederholen.

Die Amerikanerin Diana Gabaldon stammt nach eigener Darstellung aus einer erzkonservativen Familie. Wenn sie mit ihren Eltern und ihrer Schwester in ein Restaurant ging – was selten vorkam –, zeigte der Vater gerne auf die älteste, ausgelaugteste Kellnerin und sagte streng: "Seht zu, dass ihr eine gute Ausbildung bekommt, damit ihr mit fünfzig so etwas nicht machen müsst!"

Obwohl sich schon in ihrer frühen Kindheit abzeichnete, dass sie eine gute Erzählerin war, absolvierte sie unter dem Druck der Eltern ein Zoologie- und Meeresbiologiestudium, hängte eine Doktorarbeit in Ökologie dran und bekam einen Forschungsauftrag an der Universität von Arizona – komplett mit Zusatzleistungen und Altersversorgungsplan.

"Das Problem war, dass ich immer noch Romane schreiben wollte", erinnert sie sich. Doch der Weg zu ihrem ersten Buch führte über Umwege: An der Uni gab sie zunächst eine akademische Computerzeitschrift heraus, war später für große Computermagazine tätig und schrieb Storylines für Walt-Disney-Comics. Zu Hause kümmerte sie sich um ihre drei Kinder, damals im Alter von sechs, vier und zwei Jahren. In dieser Zeit begann sie, sich über eine Schriftstellerkarriere Gedanken zu machen: "Ich weiß auch nicht genau, warum ich dachte, dass der ideale Moment gekommen war, um mein lang gehegtes Vorhaben zu verwirklichen und einen Roman zu schreiben – durch Schlafmangel ausgelöster Wahnsinn vielleicht."

"Zum Üben" begann Gabaldon den historischen Roman "Feuer und Stein" zu schreiben. Ein Agent bot das fertige Manuskript fünf Verlagen an, und nach kurzer Zeit waren drei bereit, das Buch zu veröffentlichen. Es wurde international ein großer Erfolg und machte Millionen von Lesern zu Fans der Highland-Saga. Hardcover und Taschenbuch zusammengenommen, wurden in Deutschland bislang 4,7 Millionen Exemplare der Reihe verkauft.

Seit 1991 im Literaturbusiness, fühlt sich Gabaldon heute manchmal "wie ein Akku, der sich schneller entlädt, als er sich auflädt." Doch ihrer auf Leistung getrimmten Erziehung entkommt sie nicht: Ihren siebten Highland-Roman hat sie bereits angekündigt.

Helge Rehbein, Buchreport


Diana Gabaldon: "Ein Hauch von Schnee und Asche" (Blanvalet, 13 Euro)



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