Taschenbuch-Bestseller In Bayern mordet sich's gemütlicher

Geschichten von "dahoam": Mit der Taschenbuch-Ausgabe von "Winterkartoffelknödel", dem ersten Band ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer, gelingt Rita Falk der Einstieg auf Platz 11 der SPIEGEL-ONLINE-Bestsellerliste


Noch vor wenigen Jahren war Rita Falk arbeitslos, heute zählt sie im Subgenre des Provinzkrimis zu den erfolgreichsten Autoren. Zwar findet sich das niederbayerische Niederkaltenkirchen, wo sie ihren zünftigen Dorfgendarmen Franz Eberhofer ermitteln lässt, auf keiner Landkarte, aber die Bezüge zu ihrer süddeutschen Heimat sind unverkennbar und ziehen sich durch bis in die erzählerische Sprache.

Ähnlich wie ihre Kollegin Nele Neuhaus, die im Taunus morden lässt, ist auch die 1964 in Oberammergau geborene Falk recht überraschend auf der Bestsellerbühne aufgetaucht. Nachdem die Bürokauffrau 2008 ihren Job verlor, zauderte sie nicht lange: "Bevor ich acht Stunden blöd aus dem Fenster schau', schreibe ich lieber einen Roman", begründet sie gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" ihren Entschluss, Schriftstellerin zu werden.

Das Manuskript ihres ersten Krimis versandte sie eigenhändig an eine ganze Reihe von Verlagen, die mit höflichen Standardabsagen antworteten. Erst als Falk die Frankfurter Literaturagentur Copywrite einschaltete, wendete sich das Blatt. "Wir waren sofort elektrisiert", erinnert sich Inhaber Georg Simader, der fünf Verlagshäuser kontaktierte, von denen gleich vier Interesse zeigten. Den Zuschlag bekam dtv, dort erschien der erste Eberhofer-Krimi unter dem Titel "Winterkartoffelknödel". In der Broschurausgabe erreichte das Buch sogar Platz 12 der Jahresbestsellerliste 2011 bei den Belletristik-Hardcovern.

Der Literaturkritiker Denis Scheck war weniger begeistert und manövrierte Falks Bücher in seiner "Druckfrisch"-TV-Sendung als "Dialekttheater" in die Tonne. Der breiten Masse dagegen gefällt's: Allein "Winterkartoffelknödel" kommt auf 300.000 verkaufte Exemplare. Falks nächstes Buch "Hannes" (für April 2012 angekündigt) ist übrigens kein Krimi, sondern ein Roman - und zwar ganz ohne Dialekt.

Till Spielmann, buchreport

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