Zur Riege der bodenständigen Krimi-Helden mit Bestsellerpotenzial gehört seit einigen Jahren auch der Allgäuer Kommissar Kluftinger: Er liebt deftiges Essen und hat selten gute Laune. Erfunden und weit über die Grenzen des Allgäu hinaus bekannt gemacht haben ihn der Journalist Volker Klüpfel und der Realschullehrer Michael Kobr.
Die bislang fünf erschienenen Fälle, in denen "Klufti", wie ihn seine Kollegen nennen, seit 2003 ermitteln durfte, überzeugen Leser und Kritiker gleichermaßen: Mehr als 2,5 Mio Exemplare der Reihe hat der Verlag verkauft.
"Sie erzählen mit Detailreichtum, komödiantischem Überschwang, Intelligenz und Vitalität", bescheinigt der SPIEGEL den Autoren. Mit dem zuletzt erschienenen Band, "Rauhnacht" (2009), hat die Popularität des grantelnden Kommissars einen vorläufigen Höhepunkt erreicht: Vier Wochen war das Buch, das es jetzt im Taschenformat gibt, auf Platz eins der SPIEGEL-Bestseller-Liste. Kluftinger ermittelt darin in einem besonders makabren Fall: In einem Hotel kommt es zu einem blutigen Zwischenfall, als ein Hotelgast während eines Live-Kriminalspiels tatsächlich das Zeitliche segnet.
Zum Erfolg der Texte tragen nicht unwesentlich die Live-Auftritte von Klüpfel und Kobr bei: Die Lesungen vor mitunter mehreren Tausend Zuschauern haben Show-Charakter und sind eine Mischung aus in verteilten Rollen vorgetragenen Texten und Stand-up-Comedy auf Allgäuerisch. Bewusst spielen die Autoren mit den Klischees über ihre Heimat und legen eine ordentliche Portion Selbstironie an den Tag.
Nicole Stöcker, buchreport
Volker Klüpfel, Michael Kobr:
Rauhnacht.
Kluftingers fünfter Fall.
Piper Verlag; 361 Seiten; 9,95 Euro.
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