Taschenbuch-Bestseller Preußen, Prunk und Prostitution

Mit mehr als fünf Millionen verkauften Büchern ist Iny Lorentz die deutsche Königin des historischen Romans. Der neueste, "Aprilgewitter", klettert in dieser Woche auf Platz sieben der Bestsellerliste.


Ingrid Klocke-Wohlrath und ihr Mann Elmar Wohlrath sind ein eingespieltes Team: Gemeinsam recherchieren und schreiben sie historische Romane unter dem Autorennamen Iny Lorentz, die in schöner Regelmäßigkeit die Bestsellerliste erobern. Ob der Erstling "Die Kastratin", "Die Wanderhure" oder der jüngste Titel "Aprilgewitter" - das Erfolgsrezept ist stets dasselbe: eine starke Frauenfigur, Intrigen, Sinnlichkeit und eine Prise Abenteuer vor exakt recherchierter Kulisse.

"Aprilgewitter" ist der zweite einer auf zwölf Bände angelegten Ostpreußen-Saga, die im ausklingenden 19. Jahrhundert spielt. Die junge Heldin Lore bricht darin zusammen mit ihrem Mann Fridolin nach Berlin auf. Er nimmt einen Posten in einem Bankhaus an, und Lore erfüllt sich ihren Traum, mit ihrer Freundin einen Modesalon zu eröffnen.

Doch die anfänglich schöne Zeit soll nicht lange anhalten: Die Frauen der adeligen und auch der höheren bürgerlichen Gesellschaft intrigieren gegen sie, und Lore weiß nicht, dass Fridolin mittlerweile seine frühere Bekannte Hede Pfefferkorn, die Besitzern des Bordells Le Plaisir, wieder getroffen hat.

Dass sie einmal mit ihren Büchern so erfolgreich sein würde, hätte Ingrid Klocke-Wohlrath, die vor einigen Jahren noch als EDV-Spezialistin bei einer Versicherung arbeitete, sich nicht träumen lassen. Einen Verlag zu finden, sei ein fast unüberwindliches Hindernis gewesen, erinnert sie sich.

Doch der Knaur-Verlag, der das Manuskript von "Die Kastratin" über eine Agentur erhielt, erkannte das Potenzial und schloss mit dem Ehepaar Wohlrath einen Vertrag, der das Duo langfristig binden sollte. Mittlerweile arbeiten die Autoren auch für andere Verlagshäuser, so bei Hanser, wo sie unter dem Pseudonym Diana Wohlrath Fantasy-Literatur für Jugendliche schreiben.

Nicole Stöcker, buchreport

Buchtipp

Iny Lorentz:
Aprilgewitter.

Droemer Knaur; 720 Seiten; 9,95 Euro.

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insgesamt 1302 Beiträge
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Seite 1
BerSie, 13.08.2008
1. Gegen den Tag
Ob lesende Hund, sprechende Kugelblitze, oder das Michelson-Morley-Experiment... seltsam ist die Faszination des neuen Pynchon, der mich immer mehr in den Bann zieht! PS Wär ja schön, wenn hier auch Sachbuchbesprechungen toleriert würden!
joachim durrang 13.08.2008
2. bücher
ich lese hauptsächlich meine eigenen texte
kurzundknapp, 13.08.2008
3.
Zitat von joachim durrangich lese hauptsächlich meine eigenen texte
Wow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
BerSie, 13.08.2008
4.
Zitat von kurzundknappWow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
Was der wohl textet, wenn keiner zukuckt?:-)
Muffin Man, 13.08.2008
5.
Unter den Neuerscheinungen sind es in letzter Zeit nur zweie gewesen, die meine Neugier soweit geweckt habe, das Portemonnaie zu zücken: Muriel Barberys "Die Eleganz des Igels (http://www.dtv.de/eleganz_des_igels/index.html)", eine möglicherweise interessante Gegenüberstellung zweier Außenseiterpositionen, ich hab's allerdings wegen eines höheren Stapels älterer Bücher, die ich noch vorher lesen will, kaum angerührt... und Cornelius Medveis "Mr. Thundermug (http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=22701)", dessen Story allerdings ziemlich simpel ist - naja, DAS ist's ja auch, was Lesepublikum und Lektoren verlangen...
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