Taschenbuch-Bestseller: Bitte werden Sie mein Biograf!

Einstein, Franklin und dann Steve Jobs: In dieser Reihenfolge verfertigte Walter Isaacson Biografien berühmter Männer. Den Auftrag, über den Apple-Gründer zu schreiben, bekam er von Jobs selbst. Das Buch steigt auf Platz 18 in die SPIEGEL-ONLINE-Taschenbuch-Bestsellerliste ein.

"Wenn du jemandem das Leben retten könntest, indem der Rechner zehn Sekunden schneller hochfährt, würdest du es dann hinbekommen?", fragte der Apple-Mitbegründer Steve Jobs einst Larry Kenyon, den Entwickler des Macintosh-Betriebssystems. Und dann rechnete Jobs seinem Mitarbeiter vor, dass zehn Sekunden Startzeit bei 5 Millionen Mac-Usern in der Summe hundert Menschenleben entsprächen. Kenyon verkürzte daraufhin die Startzeit des Systems um ganze 28 Sekunden.

Walter Isaacson hat diese Anekdote in seine Steve-Jobs-Biografie aufgenommen, um zu illustrieren, wie der 2011 an einer Krebserkrankung gestorbene Pionier des anwenderfreundlichen Heimcomputers seine Leidenschaft in dem Unternehmen verbreitet hat, das später unter seiner Führung mit dem iPod und dem iPhone auch abseits des PC-Markts bahnbrechende Neuerungen eingeführt hat.

Buchautor Isaacson war ursprünglich gar nicht so darauf erpicht, dem Mann als Biograf zu dienen, der von seinen Eltern nach der Geburt zur Adoption freigegeben worden war und 21 Jahre später seinen klapprigen VW-Bus verkaufte, um Apple gründen zu können. Denn es war Jobs, der 2004 Isaacson, den früheren Chef des Magazins "Time" und des Nachrichtensenders CNN, angerufen und ihm das Projekt eines Jobs-Buches vorgeschlagen hatte. Isaacson arbeitete damals noch an einer Einstein-Biografie, die seinem Buch über Benjamin Franklin folgen sollte. Erst als er 2009 erkannte, wie krank Steve Jobs war, beschloss er, das Buch über den 1955 in San Francisco geborenen Unternehmer tatsächlich zu schreiben, zumal der den Inhalt vorab nicht lesen wollte.

Das fertige Werk erschien kurz nach Steve Jobs' Tod und ging in den USA allein in der ersten Verkaufswoche fast 380.000-mal über die Ladentheken. In Deutschland wurden bislang 480.000-Hardcover-Exemplare verkauft, die deutsche Taschenbuch-Ausgabe startet mit einer Hunderttausender-Auflage.

Ingo Schiweck, buchreport

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