Taschenbuch-Bestseller: Kriegs-Skepsis paart sich mit viel Sex

Viele Dialoge, jede Menge Sex: Das ist Ken Folletts Rezept für den Kriegsroman "Sturz der Titanen". Den Lesern scheint's zu gefallen. Mit der Familiensaga steigt der Waliser neu auf Platz 12 der SPIEGEL-ONLINE-Taschenbuch-Bestsellerliste ein.

Was Ken Follett schreibt, hat schon im wörtlichen Sinne Gewicht. Selbst die Taschenbuchausgabe von "Sturz der Titanen" bringt gut 600 Gramm auf die Waage.

Die Leser goutieren den umfänglichen Lesestoff: Bereits die kiloschwere gebundene Ausgabe hatte im Jahr 2010 aus dem Stand Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste erobert.

Im Roman "Sturz der Titanen" holt Follett aus - und hat viel zu erzählen: Drei Familiengeschichten aus Wales, Russland und Deutschland verwebt der Autor zu einer ausführlichen Saga. Vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs kreuzen sich die Schicksale in einer Epoche der gesellschaftlichen Umwälzungen. Der Autor spickt seine dialogreiche Erzählung mit einer Unzahl von Liebes- und Sex-Szenen, die allerdings regelmäßig recht plump und peinlich daherkommen.

Die Dienerin Ethel wird zur Frauenrechtlerin, nachdem sie von ihrem Dienstherrn schwanger und anschließend in Schande entlassen wird. Während sich Grigori Peschkow zum russischen Revolutionär wandelt, gelangt sein Bruder Lew in Amerika zu Reichtum und muss als Soldat in die Heimat zurückkehren. Der Deutsche Walter von Ulrich heiratet die emanzipierte Lady Maud, doch der aufziehende Konflikt reißt das junge Glück auseinander.

"Sturz der Titanen" ist der erste Teil einer Trilogie. Der Nachfolgeband "Winter der Welt" spielt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und ist von Bastei Lübbe für den Herbst angekündigt. Teil drei handelt vom Kalten Krieg.

Nach Abgabe des Manuskripts an den Verlag hat sich der Vielschreiber Follett gleich an das Finale gesetzt. Die Grundlage für den Einfallsreichtum des Schriftstellers wurde schon in der Kindheit gelegt. 1949 als Sohn evangelikaler Christen geboren, waren weder Fernsehen noch Kino oder Radio erlaubt. Unterhalten wurde der kleine Ken von den Geschichten seiner Mutter, seiner eigenen Vorstellungskraft - und den Büchern aus der Bibliothek: "Ohne frei zugängliche Bücher wäre ich nie zum eifrigen Leser geworden, und wenn man kein Leser ist, ist man auch kein Schriftsteller."

Christina Reinke, buchreport

Buchtipp

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Kultur
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Literatur
RSS
alles zum Thema Literatur
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren
  • Zur Startseite