Taschenbuch-Bestseller Unterirdisch spannend

Den Junggesellenabend im Sarg verbringen? Totkomische Idee. Und in Peter James' Roman "Stirb ewig" der Auftakt für ein klaustrophobisches Krimifest. Mörderische Spannung - mit den Taschenbuch-Bestsellern bei SPIEGEL ONLINE.


"Stirb ewig" (im englischen Original: "Dead simple") beginnt mit einem Paukenschlag: Ein Atemschlauch, eine Flasche Whiskey, eine Taschenlampe, ein Männermagazin und ein Walkie-Talkie sind die Grabbeigaben, die die Freunde von Michael Harrison in den Sarg legen, bevor sie ihn auf einem abgelegenen Acker bei Brighton begraben. Nur ein kleiner Streich anlässlich Michaels Junggesellenabend vor seiner Hochzeit mit der schönen Ashley.

James-Roman: Obenauf mit unterirdischer Story

James-Roman: Obenauf mit unterirdischer Story

Johlend und sturzbetrunken steigen Pete, Robbo, Luke und Josh in ihren Wagen und brausen davon. Das letzte, was Michael über das Walkie-Talkie mitbekommt, sind ihre Todesschreie vor dem Crash mit einem entgegenkommenden LKW. Danach wird es sehr still in Michaels unterirdischer Bleibe. Während das Grundwasser schon im Sarge gluckst, beginnt eine fieberhafte Suche nach dem Vermissten.

Peter James, 59, Brite und Vielschreiber, hat elf Jahre lang jährlich ein Buch vorgelegt, dann machte er eine fünfjährige Pause, begann Filme zu drehen und Drehbücher zu verfassen. Danach juckte es James in den Fingern, einen Krimi vorzulegen, der auf den ersten Blick wie ein britischer Polizeiroman daherkommt - ein Genre, das James schon immer faszinierend fand, nur dass es ihm ein wenig zu zahm und konventionell erschien.

Als Vorbild für die skurrile Geschichte, in der Detective Superintendent Roy Grace die Ermittlungen übernimmt, diente Peter James’ eigener Junggesellenabend: "Dreißig Freunde haben mich in Sussex von Pub zu Pub gefahren, ich wurde von Mixgetränken schrecklich betrunken, und schließlich nachts um zwei Uhr – nackt bis auf ein paar roter Socken – an einen Brückenpfeiler im Zentrum Brightons festgebunden."

Weil seine Kumpels die Polizei informierten, hatte James ein glücklicheres Schicksal als sein Thrillerheld. Auch die Umstände, unter denen "Stirb ewig" entstanden sein soll, haben ihren Charme: Geschrieben hat James, so wird kolportiert, abends von halb sieben bis halb zehn bei Opern- oder Jazzmusik – ein Wodka-Martini mit vier Oliven in Reichweite.

"Stirb ewig" ist der erste Titel der Roy-Grace-Serie, der Klaustrophobie-Krimi landete in England auf Anhieb auf Platz zehn der Hardcover-Bestenliste und wurde in 22 Ländern ein zum Erfolg.

Fortgesetzt wurde die Reihe im Herbst 2006 in Deutschland mit dem Krimi "Stirb schön" (engl: "Looking good dead"). Im Juni 2007 soll James’ dritter Roy-Grace-Roman mit dem Titel "Not dead enough" auf den Markt kommen. Lesereisen werden den Autor in diesem Jahr nach Australien, Neuseeland, Singapur, Frankreich, Spanien, Deutschland, Skandinavien, in die USA und nach Russland führen.


Peter James: "Stirb ewig". Fischer Taschenbuch, 8,95 Euro



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