Taschenbuch-Bestseller: Von Babys und Bankberatern

Die britische Autorin Sophie Kinsella ist ein Star der Chick-Lit-Szene, ihre Frauenfiguren sind stets Expertinnen für Power-Shopping. Aber ihr jüngstes Buch "Prada, Pumps und Babypuder" fordert Enthaltsamkeit von den Leserinnen: Statt zum Einkaufen zwingt es sie auf die Couch.

Sophie Kinsella hat mehrere Romane unter ihrem eigentlichen Namen Madeleine Wickham veröffentlicht, bevor sie eine neue, eigene Stimme entwickelte: "Mir wurde auf einmal bewusst, wie gerne ich Komödien schreiben wollte", erinnert sie sich. Obwohl sie als eingeführte Autorin keine Schwierigkeiten gehabt hätte, ihr Buch neuen Stils in einem entsprechenden Verlag anzubieten, wollte es die heute 38-Jährige noch einmal ganz genau wissen. Sie sandte ihr Manuskript anonym ein – und erhielt prompt einen Autorenvertrag.

Kinsella-Cover: Grund, zu Hause zu bleiben

Kinsella-Cover: Grund, zu Hause zu bleiben

"Die Schnäppchenjägerin" (im englischen Original: "Confessions of a Shopaholic") war im Jahr 2001 grandioser Auftakt zu einer Buchserie innerhalb des Genres, das im Buchladen unter der Regalaufschrift "Freche Frauen" zu finden ist und auch hierzulande unter der englischen Bezeichnung "Chick-Lit" firmiert: Romanheldin Rebecca "Becky" Bloomwood ist Finanzjournalistin bei einem Sparer-Magazin in London, wird aber das Gefühl nicht los, selber Hilfe in finanziellen Angelegenheiten dringend zu brauchen. Weil sie gern Dinge kauft, die sie sich nicht leisten kann, ist sie hoch verschuldet: Alles fing an dem Tag an, als ihr bewusst wurde, dass sie zuschlagen müsse, wenn irgendetwas Schickes 30 Prozent reduziert angeboten wird. "Kinsella gibt Fans von Chick-Lit einen Grund, zu Hause zu bleiben, statt shoppen zu gehen", jubelte eine US-Kinozeitschrift angesichts des Feuerwerks an Witz und unterhaltsamen Einfällen.

Im Laufe der Jahre hat Becky zusammen mit ihrer besten Freundin Suze und ihrem Freund Luke viele Abenteuer bestanden: Nachdem sie mit Luke in "Fast geschenkt" ("Shopaholic Takes Manhattan") in den Big Apple gezogen ist, hat sie ihn in "Hochzeit zu verschenken" ("Shopaholic Ties the Knot") geheiratet. Immer gleich fällt in allen Büchern – sieben sind es inzwischen – eigentlich nur die Antwort aus, die Becky beim Shoppen auf die Frage nach der gewünschten Zahlungsweise gibt: "Bar oder mit Kreditkarte?"

Auf Schnäppchenjagd

Beckys Shopping-Eskapaden, denen sie sich im jüngsten Buch "Prada, Pumps und Babypuder" (im englischen Original: "Shopaholic & Baby") hingibt, katapultierten den Titel sofort nach Erscheinen auf Platz 1 der Bestsellerliste der "New York Times": Becky und ihr Mann Luke erwarten ihr erstes Kind, das in einem perfekt eingerichteten Kinderzimmer die Welt entdecken soll. Babykleider und Spielzeug schafft sie wie im Kaufrausch heran. Dunkle Wolken ziehen über dem zukünftigen Kinderparadies auf, als Becky in Erfahrung bringt, dass ihre gut aussehende Geburtshelferin Venetia eine Exfreundin von Luke ist. Und die scheint fest entschlossen, ihr den Mann auszuspannen. Als die werdende Mutter zu allem Überfluss auch noch herausfindet, dass Luke Geheimnisse vor ihr hat, steht für sie fest: Er und Venetia haben eine Affäre ...

Anfang August dieses Jahres wurde bekannt, dass der Australier P. J. Hogan, Regisseur von Filmen wie "Peter Pan", "Die Hochzeit meines Besten Freundes" oder "Muriels Hochzeit", Kinsellas erstes Bloomwood-Buch "Confessions of a Shopaholic" verfilmen wird. Obwohl die Namen der Hauptdarsteller noch unter Verschluss gehalten werden, sollen die Dreharbeiten bereits im November in New York anlaufen.

Die Autorin Kinsella, selbst früher Finanzjournalistin, hat nach eigenem Bekunden mit ihrer Hauptfigur nichts zu tun. Sie geht äußerst vorsichtig mit ihrem Geld um und stellt sich nur selten an, um ein Schnäppchen zu ergattern. "Die Beziehung zu meinem Bankberater ist tadellos", gibt sie zu Protokoll.

Helge Rehbein, Buchreport


Sophie Kinsella: "Prada, Pumps und Babypuder", Goldmann, 8,95 Euro

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