Kurdisch-türkischer Schriftsteller Yasar Kemal ist tot

Der kurdisch-türkische Schriftsteller Yasar Kemal ist tot. Der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels starb am Samstag nach längerer schwerer Krankheit. Er wurde 91 Jahre alt.

Yasar Kemal 2010 in Istanbul: "Die Trauer in unseren Herzen ist groß"
DPA

Yasar Kemal 2010 in Istanbul: "Die Trauer in unseren Herzen ist groß"


Einer der bekanntesten türkischen Schriftsteller ist tot. Yasar Kemal starb am Samstag im Alter von 91 Jahren in einem Krankenhaus in Istanbul, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Dort sei er seit dem 14. Januar wegen Komplikationen nach einer Lungenentzündung und wegen Herzrhythmusstörungen behandelt worden. Der zuständige Arzt sagte türkischen Medien, Kemals Gesundheitszustand habe sich in der vergangenen Woche deutliche verschlechtert. Er sei an multiplem Organversagen gestorben.

Kemal war 1955 mit seinem Roman "Memed, mein Falke" berühmt geworden. Das Werk wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Der 1923 im Süden der Türkei geborene Kurde wurde mit zahlreichen Literatur- und Menschenrechtspreisen ausgezeichnet. Im Jahr 1997 erhielt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels .

Der Literaturnobelpreis, für den Kemal ebenfalls nominiert wurde, blieb ihm verwehrt. Im Jahr 2006 holte stattdessen Orhan Pamuk die begehrte Auszeichnung in die Türkei.

Kemal engagierte sich im linken politischen Spektrum und wurde wegen seines Einsatzes für die Kurden mehrmals vor Gericht gestellt. Nach dem Militärputsch 1971 wurde er inhaftiert. Mehrere Jahre lang lebte Kemal im schwedischen Exil.

Trotz seiner scharfen Kritik an der Kurdenpolitik der Türkei wurde er 2008 mit der höchsten türkischen Kulturauszeichnung geehrt, dem Kulturpreis des Präsidenten. An der Zeremonie nahmen neben Staatspräsident Abdullah Gül auch der damalige Regierungschef Recep Tayyip Erdogan teil.

Der türkische Kulturminister Ömer Celik äußerte sich am Samstag bestürzt über den Tod Kemals. "Die Trauer in unseren Herzen ist groß", schrieb er beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Die Türkei und die gesamte Menschheit haben eine große Seele verloren."

sun/AFP



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