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Autor von "Risikogesellschaft": Soziologe Ulrich Beck ist tot

Ulrich Beck, Archivfoto von 2009: Koryphäe der Soziologie Zur Großansicht
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Ulrich Beck, Archivfoto von 2009: Koryphäe der Soziologie

Das Schlagwort der "Risikogesellschaft" machte ihn berühmt, nun ist der Soziologe Ulrich Beck gestorben. Er wurde 70 Jahre alt.

Hamburg/München - Einer der bekanntesten Soziologen unserer Zeit, Ulrich Beck, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Das bestätigte der Suhrkamp-Verlag auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" erlag Beck an Neujahr einem Herzinfarkt. Einem breiten Publikum wurde er durch seinen Bestseller "Risikogesellschaft: Auf dem Weg in eine andere Moderne" von 1986 bekannt.

Beck wurde 1944 im damaligen Stolp in Pommern (heute Slupsk/Polen)geboren. Seine akademische Laufbahn begann er als Soziologie-Student an der Universität München, wo er nebenbei als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war und 1979 habilitierte. Anschließend lehrte er Soziologie an der Universität Münster und später in Bamberg, bis er 1992 nach München zurückkehrte. 2011 wurde er Professor an der Pariser Wissenschaftsstiftung Fondation Maison de sciences de l'homme (FMSH). Zahlreiche Universitäten im Ausland verliehen ihm die Ehrendoktorwürde.

In seinem Buch "Risikogesellschaft", welches in 35 Sprachen übersetzt wurde, thematisierte Beck die selbst produzierten Gefahren für die moderne Gesellschaft, die sich den bestehenden Sicherungsmechanismen des Staates entziehen. In seinem Werk "Weltrisikogesellschaft" von 2007 beschrieb er sie als globale Risiken mit den vier Merkmalen Entgrenzung, Unkontrollierbarkeit, Nicht-Kompensierbarkeit und Nichtwissen.

2012 erschien von ihm "Das neue Europa: Neue Machtlandschaften im Zeichen der Krise". Mit dem Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit zusammen schrieb er das Manifest "Wir sind Europa!", das ein Freiwilliges Europäisches Jahr für alle Altersgruppen propagierte. In einem SPIEGEL-Essay, ebenfalls von 2012, beschrieb Beck die dominante Rolle von Kanzlerin Angela Merkel und charakterisierte ihre Euro-Rettungspolitik mit dem Wort "Merkiavelli".

Beck war mit der Familien- und Migrationssoziologin Elisabeth Beck-Gernsheim verheiratet, mit der er einige Werke veröffentlichte, unter anderem erschien von ihnen 1990 "Das ganz normale Chaos der Liebe".

vks

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