Budapest - Es war nur ein kleiner Satz in einer monatlichen Radiosendung, doch das staatliche ungarische Radio hat ihn trotzdem herausgeschnitten. Schriftsteller Péter Esterházy hatte seinen Hörern geraten, das Budapester Nationaltheater zu besuchen, so lange dessen Intendant Robert Alföldi noch im Amt sei. Diese Stelle habe Esterházy zufolge in der später ausgestrahlten Sendung jedoch gefehlt.
Alföldi wird im Sommer von Attila Vidnyanszky abgelöst. Der Regisseur steht Ministerpräsident Viktor Orbán nahe und gilt als Vertreter einer antiwestlichen, konservativen Theaterauffassung. Seit der rechtskonservative Orbán 2010 die Macht übernommen hat, kontrollieren Orbán-loyale Kader die öffentlich-rechtlichen Medien in Ungarn. Manipulationen und Zensur kommen häufig vor.
Esterházy ist im deutschen Sprachraum vor allem für seine Werke "Donau abwärts" (1992) und "Harmonia Caelestis" (2001) bekannt. Er selbst schrieb über die Zensur in der Wochenzeitung "Élet és Irodalom", ein Internetportal veröffentliche Auszüge aus dem Beitrag.
max/dpa
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